Wirtschaft

Verbraucherpreise, Mai 20263 min read

Juni 12, 2026 3 min read
EUV News

author:

Verbraucherpreise, Mai 20263 min read

Reading Time: 3 minutes

Verbraucherpreise

Die Inflation hat sich im Mai abgeschwächt, bleibt aber von hohen Energiepreisen und dem Tankrabatt geprägt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lag die Inflationsrate der Verbraucherpreise im Mai 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat bei 2,6 Prozent (Abb. 1). Zur Entwicklung der Verbraucherpreise in Deutschland sagte Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes: „Die Inflationsrate war im Mai 2026 etwas niedriger als in den Monaten davor. Die Energiepreise blieben infolge des Iran-Kriegs auf einem hohen Niveau, wenngleich der seit Anfang Mai geltende Tankrabatt die Teuerung abgemildert haben dürfte“. Die Kerninflation, die die volatilen Energie- und Nahrungsmittelpreise ausschließt, lag im Mai bei 2,5 Prozent. In Nordrhein-Westfalen lag die Verbraucherpreisinflation im Mai bei 2,4 Prozent.

Energiepreise sinken, Dienstleistungspreise steigen

Die Energiepreise wirken nicht inflationsdämpfend. Im Mai 2026 verteuerten sich die Energieprodukte insgesamt um 6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat (Abb. 2). Die Haushaltsenergie sank um 0,8 Prozent. Günstiger wurden Strom (-5,0 Prozent) durch die seit Beginn des Jahres reduzierten Übertragungsnetzentgelte, Gas einschließlich Betriebskosten (-2,9 Prozent) und Fernwärme (-0,9 Prozent), bei denen sich die Abschaffung der Gasspeicherumlage preisdämpfend auswirkte. Hingegen stiegen die Preise für Kraftstoffe (+18,0 Prozent) und leichtes Heizöl (+47,9 Prozent) deutlich. Dazu trugen vor allem steigende Weltmarktpreise für Rohöl infolge des Iran-Kriegs sowie die zu Jahresbeginn gestiegene CO₂-Bepreisung bei. Die geringere Preissteigerung bei Kraftstoffen könnte vor allem auf die temporäre Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel zurückzuführen sein, die am 1. Mai 2026 in Kraft trat.

Die Preise für Dienstleistungen insgesamt verteuerten sich im Mai 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,1 Prozent und lagen damit wieder über der Gesamtteuerungsrate von 2,6 Prozent (Abb. 2). Zum Preisauftrieb bei Dienstleistungen trugen vor allem die Preise für Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+6,7 Prozent), kombinierte Personenbeförderung (+5,9 Prozent) sowie Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+4,8 Prozent) bei. Für den Preisanstieg der kombinierten Personenbeförderung war die Erhöhung des Deutschlandtickets von 58 auf 63 Euro zum Jahresbeginn verantwortlich. Zudem verteuerten sich im Mai 2026 Gaststättendienstleistungen (+3,0 Prozent). Die tatsächlichen Nettokaltmieten, die die Preisentwicklung bei Dienstleistungen stark beeinflussen, stiegen um 2,2 Prozent.

Inflation und Geldpolitik

Im Mai 2026 stieg der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI), der für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) maßgeblich ist, im Euroraum um 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat (Abb. 3). Die Inflationsrate liegt damit deutlich über dem Zielwert, während die Wachstumsrisiken zunehmen. Bulgarien verzeichnete mit 6,3 Prozent die höchste Inflationsrate, während Malta mit 2,1 Prozent die niedrigste meldete. Die harmonisierte Kerninflation, die Energie, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak ausschließt, stieg um 2,5 Prozent.

Um die Inflation mittelfristig bei 2 Prozent zu stabilisieren, hatte die EZB seit Juni 2024 die Leitzinsen in acht Schritten um insgesamt 2,0 Prozentpunkte von 4,0 auf 2,0 Prozent gesenkt. In Reaktion auf den anhaltenden Inflationsdruck erhöhte die EZB am 11. Juni 2026 erstmals seit September 2023 den Einlagezins, um 0,25 Prozentpunkte auf 2,25 Prozent. Damit endete die seit Juli 2025 anhaltende Zinspause. Die nächste EZB-Ratssitzung findet am 23. Juli 2026
statt.