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Arbeitsmarkt, Juli 20265 min read

August 5, 2026 4 min read
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Arbeitsmarkt, Juli 20265 min read

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Arbeitsmarkt Bund

Die Zahl der Arbeitslosen im Bund stieg im Juli 2026 gegenüber dem Vormonat um 71.353 auf 3.007.203 Personen (Abb. 1). Damit wurde die Drei-Millionen-Marke wieder überschritten. Die Arbeitslosenquote stieg von 6,2 Prozent im Juni 2026 auf 6,4 Prozent im Juli 2026 (Abb. 2). Damit liegt sie deutlich über dem bisherigen Tiefstand von 5,0 Prozent im Jahresdurchschnitt 2019. Zur aktuellen Entwicklung am Arbeitsmarkt in Deutschland sagte Daniel Terzenbach, Vorstand Regionen der Bundesagentur für Arbeit: „Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung nehmen vor allem aus jahreszeitlichen Gründen im Juli spürbar zu. Insgesamt setze sich am Arbeitsmarkt die schwache Entwicklung der letzten Monate fort.“

Die Zahl der Erwerbstätigen nach dem Inlandskonzept sank saisonbereinigt von 45,90 Millionen im Juni 2025 auf 45,67 Millionen Personen im Juni 2026. Damit liegt sie unter dem bisherigen Höchststand von 45,99 Millionen Personen im Mai 2025 (Abb. 3). Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sank saisonbereinigt von 34,96 im Mai 2025 auf 34,89 Millionen Beschäftigte im Mai 2026. Damit liegt sie ebenfalls unter dem bisherigen Höchststand von 34,98 Millionen Personen im Februar 2025.

Vom 1. bis einschließlich 27. Juli wurde bei den Agenturen für Arbeit für 25.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen bis Mai 2026 zur Verfügung. So wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit für etwa 126.000 Beschäftigte konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Das waren etwa 16.000 weniger als im Vormonat und etwa 100.000 weniger als vor einem Jahr.

Arbeitsmarkt NRW

Die Zahl der Arbeitslosen in NRW stieg im Juli 2026 gegenüber dem Vormonat um 13.532 auf 793.155 Personen (Abb. 1). Trotz des saisonüblichen Anstiegs bleibt die Arbeitslosenzahl unter der 800.000er-Marke, die im August 2025 erstmals seit April 2010 überschritten wurde. Die Arbeitslosenquote in NRW stieg von 7,7 Prozent im Juni auf 7,9 Prozent im Juli (Abb. 2) und liegt damit weiterhin über dem Bundesdurchschnitt (Abb. 4). Damit liegt sie deutlich über dem bisherigen Tiefstand von 6,5 Prozent im Jahresdurchschnitt 2019.

Die Arbeitslosigkeit nach demografischen Merkmalen in NRW zeigt, dass unter den ausgewiesenen Altersgruppen die 55 Jahre und älter (bis unter 65-Jährigen) mit 8,1 Prozent die höchste Arbeitslosenquote aufwiesen (Tabelle 1). Das bedeutet, dass 8,1 Prozent der Erwerbspersonen dieser Altersgruppe arbeitslos waren. Bei den Ausländern lag die Arbeitslosenquote mit 17,5 Prozent deutlich über der Quote der Deutschen von 5,9 Prozent. Die Arbeitslosigkeit nach Regionen in NRW zeigt, dass Duisburg verzeichnete mit 13,5 Prozent die höchste Arbeitslosigkeit, während Coesfeld mit 4,1 Prozent die niedrigste aufwies.

Zur aktuellen Entwicklung am Arbeitsmarkt in NRW sagte Roland Schüßler, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit: „Mit rund 793.000 arbeitslosen Frauen und Männern liegt die Arbeitslosigkeit in NRW weiterhin sehr hoch, eine Folge des anhaltend starken wirtschaftlichen Drucks, unter dem große wie kleine Unternehmen vor allem angesichts erheblicher globaler Risiken unverändert stehen. Daher ist eine Trendwende am Arbeitsmarkt nach wie vor nicht in Sicht. Wir sehen jedoch immerhin einzelne Lichtblicke. So lag die Zahl der Arbeitslosen in den letzten drei Monaten leicht unter der des jeweiligen Vorjahresmonats“.

Arbeitsangebot und Nachfrage

Im Juli 2026 waren bei der Bundesagentur für Arbeit bundesweit 653.328 offene Stellen gemeldet. Das waren 25.272 Stellen mehr als im Juli 2025. In NRW lag der Bestand an gemeldeten offenen Stellen im Juli bei 160.397 und damit um 34.670 über dem Vorjahreswert. Abbildung 5 zeigt, dass die seit 2019 steigende Arbeitslosenzahl mit den sinkenden offenen Stellen in NRW einherging. Der sprunghafte Anstieg der gemeldeten Stellen seit Februar 2026 ist insbesondere auf einen Bundeswehr-Sondereffekt zurückzuführen. Die staatliche Arbeitskräftenachfrage könnte dazu beigetragen haben, den weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit zu begrenzen.

Der Stellenindex BA-X für Deutschland, der als Indikator für die Nachfrage nach Arbeitskräften dient, verharrte im Juli 2026 bei 103 Punkten (Abb. 6). In NRW lag der BA-X weiterhin bei 118 Punkten. Der sprunghafte Anstieg der Arbeitskräftenachfrage für NRW ab dem Jahr 2026 ist auf Stellenausschreibungen der Bundeswehr zurückzuführen. Grundsätzlich werden Stellenausschreibungen der Bundeswehr unabhängig vom späteren Einsatzort beim Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr mit Hauptsitz in Köln gemeldet. Dadurch werden sowohl der Bestand der offenen Stellen als auch der Stellenindex BA-X für NRW statistisch nach oben verzerrt. Allerdings deutet die Stabilisierung der Arbeitskräftenachfrage im Bund auf niedrigem Niveau darauf hin, dass die Arbeitskräftenachfrage in NRW ohne den Bundeswehr-Sondereffekt weiterhin schwach wäre.