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Verbraucherpreise, Juli 20263 min read

August 14, 2026 3 min read
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Verbraucherpreise, Juli 20263 min read

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Die Inflation hat sich im Juli wieder verstärkt. Energiepreise bleiben infolge des Iran-Kriegs ein zentraler Preistreiber. Der Wegfall des Tankrabatts zum 30. Juni erhöhte die Gesamtteuerung. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lag die Inflationsrate der Verbraucherpreise im Juli 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat bei 2,8 Prozent (Abb. 1).

Zur Entwicklung der Verbraucherpreise in Deutschland sagte Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes (Destatis): „Die Energiepreise verteuerten sich weiterhin überdurchschnittlich und blieben somit zentraler Preistreiber. Die Teuerung fiel hier deutlich stärker aus als im Vormonat, wodurch sich die Inflationsrate erhöht hat. Vor allem die Preise für Kraftstoffe sind gegenüber dem Vormonat spürbar gestiegen, da gleichzeitig zum Ölpreisanstieg infolge des anhaltenden Iran-Kriegs der staatliche Tankrabatt am 30. Juni endete.“ Die Kerninflation, die die volatilen Energie- und Nahrungsmittelpreise ausschließt, lag im Juli 2026 bei 2,4 Prozent. In Nordrhein-Westfalen lag die Verbraucherpreisinflation im Juli 2026 bei 2,7 Prozent (siehe Anhang).


Die Energiepreise gelten weiterhin als Haupttreiber der Inflation. Im Juli 2026 verteuerten sich die Energieprodukte, in der Verbraucherpreisstatistik insbesondere Haushaltsenergie wie Strom, Gas, Fernwärme und Heizöl sowie Kraftstoffe, insgesamt um 8,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat (Abb. 2). Die Haushaltsenergie sank um 1,4 Prozent. Günstiger wurde insbesondere Strom (-5,3 Prozent), unter anderem durch die seit Beginn des Jahres reduzierten Übertragungsnetzentgelte. Hingegen stiegen die Preise für Kraftstoffe (+23,0 Prozent) deutlich. Dazu trugen vor allem steigende Weltmarktpreise für Rohöl infolge des Iran-Kriegs sowie die zu Jahresbeginn gestiegene CO₂-Bepreisung bei. Der Wegfall des von Mai bis Juni befristeten Tankrabatts verstärkte den Preisanstieg bei Kraftstoffen.

Die Preise für Dienstleistungen insgesamt verteuerten sich im Juli 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,9 Prozent und lagen damit leicht über der Gesamtteuerungsrate von 2,8 Prozent. Zum Preisauftrieb bei Dienstleistungen trugen vor allem die Preise für Dienstleistungen sozialer Einrichtungen, Wartung und Reparatur von Fahrzeugen sowie Gaststättendienstleistungen bei. Die tatsächlichen Nettokaltmieten, die die Preisentwicklung bei Dienstleistungen stark beeinflussen, stiegen um 2,2 Prozent.


Im Juli 2026 stieg der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI), der für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) maßgeblich ist, nach der Eurostat-Schnellschätzung im Euroraum um 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat (Abb. 3). Die Inflationsrate liegt damit weiterhin deutlich über dem Zielwert. Litauen verzeichnete mit 5,6 Prozent die höchste Inflationsrate, während Estland mit 2,0 Prozent die niedrigste meldete. Die harmonisierte Kerninflation, die Energie, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak ausschließt, stieg um 2,5 Prozent.
Um die Inflation mittelfristig bei 2 Prozent zu stabilisieren, hatte die EZB seit Juni 2024 die Leitzinsen in acht Schritten von 4,0 auf 2,0 Prozent gesenkt. In Reaktion auf den anhaltenden Inflationsdruck erhöhte die EZB am 11. Juni 2026 erstmals seit September 2023 den Zinssatz für die Einlagefazilität von 2,0 auf 2,25 Prozent. Am 23. Juli 2026 beließ sie den für die geldpolitische Ausrichtung maßgeblichen Zinssatz für die Einlagefazilität unverändert bei 2,25 Prozent. Die nächste EZB-Ratssitzung mit geldpolitischer Entscheidung findet am 10. September 2026 statt.