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Verbraucherpreise, Mai 20265 min read

Oktober 20, 2026 4 min read
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Verbraucherpreise, Mai 20265 min read

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Verbraucherpreise

Die Inflation hat sich im September 2026 weiter verstärkt. Die Verbraucherpreise in Deutschland lagen um 3,3 Prozent über dem Vorjahresmonat, nach 2,9 Prozent im August (Abb. 1). Gegenüber dem Vormonat stiegen sie um 0,6 Prozent. Die Kerninflation ohne Energie und Nahrungsmittel betrug weiterhin 2,4 Prozent. Zur Entwicklung sagte Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes (Destatis): „Die Inflationsrate erreichte im September mit über drei Prozent einen neuen Jahreshöchststand. Das war zugleich der höchste Wert seit Dezember 2023. Verantwortlich für den Anstieg der Inflationsrate war erneut die Entwicklung der Energiepreise. Besonders zeigte sich die Teuerung bei Mineralölprodukten an den Tankstellen und beim Heizöl.“

In Nordrhein-Westfalen stieg die Inflationsrate ebenfalls von 2,9 Prozent im August auf 3,3 Prozent im September 2026 (siehe Anhang). Eine höhere Inflationsrate wurde hier zuletzt im Dezember 2023 gemessen, damals 3,5 Prozent. Bei den einzelnen Gütergruppen zeigten sich deutliche Unterschiede: Gegenüber September 2025 verteuerten sich Kraftstoffe um 36,9 Prozent und Heizöl um 49,9 Prozent, während Strom (-4,7 Prozent) und Gas (-1,9 Prozent) günstiger wurden. Nahrungsmittel kosteten insgesamt nur 0,2 Prozent mehr. Gemüse verteuerte sich jedoch um 11,2 Prozent gegenüber September 2025, während Vollmilch um 10,7 Prozent günstiger wurde. Die Preise für die häusliche Alten- und Behindertenpflege stiegen um 9,5 Prozent.

Energiepreise sinken, Dienstleistungspreise steigen

Die Energiepreise bleiben der Haupttreiber der Inflation. Die Preise für Energieprodukte insgesamt lagen im September 2026 um 14,9 Prozent höher als im September 2025, nach 10,5 Prozent im August (Abb. 2). Dies war der höchste Anstieg der Energiepreise seit über drei

Jahren. Kraftstoffe verteuerten sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 37,1 Prozent und gegenüber August um 6,9 Prozent. Leichtes Heizöl kostete 74,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Dazu trugen vor allem höhere Weltmarktpreise für Rohöl infolge des Iran-Kriegs bei. Bei der CO₂-Bepreisung gilt seit Jahresbeginn statt des Festpreises von 55 Euro je Tonne ein Preiskorridor von 55 bis 65 Euro.

Laut ADAC (2026) betrug der Anteil der Steuern und Abgaben am Tankstellenpreis am 18. Oktober 2026 bei Super E10 etwa 48 Prozent (Diesel: 38 Prozent). Der Anteil der Energiesteuer lag bei 24,4 Prozent (Diesel: 14,7 Prozent), der CO₂-Abgabe bei 7,4 Prozent (7,7 Prozent) und der Mehrwertsteuer bei jeweils 16,0 Prozent. Auf Kosten und Gewinne entfielen etwa 52 Prozent (62 Prozent). Auch wenn der Iran-Krieg die Kraftstoffpreise nach oben treibt, wird das Preisniveau somit wesentlich durch Steuern und Abgaben einschließlich der CO₂-Bepreisung mitbestimmt.

Bereits vom 1. Mai bis zum 30. Juni 2026 galt eine befristete Energiesteuersenkung für Kraftstoffe (Tankrabatt). Dabei wurde die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um jeweils 14 Cent je Liter gesenkt. Einschließlich der darauf entfallenden Umsatzsteuer betrug die Entlastung etwa 17 Cent je Liter.3 Mit dem Spritpreis-Entlastungspaket hat die Bundesregierung dieselbe, am 30. Juni 2026 ausgelaufene Steuersenkung vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember 2026 wieder eingeführt. Einschließlich der darauf entfallenden Umsatzsteuer beträgt die Entlastung etwa 17 Cent je Liter. In den Septemberwerten ist diese Maßnahme noch nicht enthalten.

Nach dem ifo Tankrabatt-Tracker wurden vom 7. bis 13. Oktober bei Super E10 durchschnittlich 13,0 Cent, bei Super E5 14,7 Cent und bei Diesel 13,5 Cent der möglichen etwa 17 Cent je Liter an die Verbraucher weitergegeben. Das entspricht Weitergabequoten von etwa 76, 86 beziehungsweise 79 Prozent, also dem Anteil der möglichen steuerlichen Entlastung, der tatsächlich bei den Verbrauchern ankommt. Der ifo Tankrabatt-Tracker wird jeden Mittwoch aktualisiert.

Strom, Gas und andere Brennstoffe einschließlich Heizöl und Fernwärme bilden die Haushaltsenergie. Haushaltsenergie insgesamt verteuerte sich im September gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,5 Prozent, nach einem Rückgang um 0,7 Prozent im August. Dem Anstieg bei Heizöl standen Preisrückgänge bei Strom (-5,5 Prozent), Erdgas (-2,8 Prozent) und Fernwärme (-1,0 Prozent) gegenüber.

Bei Dienstleistungen schwächte sich der Preisauftrieb dagegen von 2,8 Prozent im August auf 2,7 Prozent im September 2026 ab, jeweils gegenüber dem Vorjahresmonat. Stärker stiegen unter anderem die Preise für Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+6,3 Prozent), etwa Pflege und Kinderbetreuung, sowie für die Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+4,7 Pro-zent). Nettokaltmieten verteuerten sich um 1,9 Prozent.

Inflation und Geldpolitik

Im September 2026 stieg der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI), der für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) maßgeblich ist, im Euroraum um 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, nach 3,2 Prozent im August (Abb. 3). Die Inflationsrate lag damit weiterhin deutlich über dem mittelfristigen Zielwert der EZB von 2 Prozent. Unter den 21 Euro-Ländern verzeichnete Litauen mit 6,1 Prozent die höchste Inflationsrate, während Malta mit 2,4 Prozent die niedrigste meldete. Die harmonisierte Kerninflation, die Energie, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak ausschließt, erhöhte sich von 2,4 auf 2,5 Prozent. Von der Gesamtinflation von 3,8 Prozent entfielen etwa 1,7 Prozentpunkte auf Energie; deren Preise stiegen um 18,9 Prozent.

Die EZB beschloss am 10. September 2026 eine weitere Zinserhöhung um jeweils 0,25 Prozentpunkte. Der für die geldpolitische Ausrichtung maßgebliche Einlagenzinssatz stieg mit Wirkung vom 16. September von 2,25 auf 2,50 Prozent. Die EZB begründete den Schritt mit dem anhaltenden Inflationsdruck infolge des Nahostkonflikts. Die höheren Zinsen sollen einer Verfestigung der Inflation entgegenwirken, erhöhen jedoch die Finanzierungskosten für Investitionen einschließlich Baufinanzierungen.

Für die nächste geldpolitische Entscheidung am 29. Oktober 2026 erwarteten die in der regelmäßigen Reuters-Umfrage vom 5. bis 8. Oktober befragten Ökonomen überwiegend eine Pause. Für Dezember rechnete die Mehrheit dagegen mit einer weiteren Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte. Dahinter steht die Sorge vor einem anhaltenden Inflationsdruck: Mit 3,8 Prozent lag die Teuerung fast doppelt so hoch wie der EZB-Zielwert von 2 Prozent. Die zuletzt gestiegenen Kapitalmarktzinsen verteuern bereits die Finanzierung und sprechen nach Einschätzung der befragten Ökonomen zunächst für eine Pause im Oktober.