Arbeitsmarkt, April 20263 min read
Reading Time: 3 minutesArbeitsmarkt Bund
Die Zahl der Arbeitslosen im Bund sank im April 2026 gegenüber dem Vormonat um 13.069 auf 3.008.161 Personen (Tabelle 1). Damit bleibt die Zahl weiterhin über der Drei-Millionen-Marke, die im August 2025 erstmals seit Februar 2015 überschritten wurde. Die Arbeitslosenquote blieb gegenüber dem Vormonat unverändert bei 6,4 Prozent. Im Vergleich zum April 2025 stieg die Arbeitslosenzahl um 76.607 Personen. Die Arbeitslosenquote lag damals bei 6,3 Prozent.
Zur aktuellen Entwicklung am Arbeitsmarkt in Deutschland sagte Andrea Nahles, die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit: „Eine Trendumkehr am Arbeitsmarkt ist noch nicht in Sicht. Die Frühjahrsbelebung fällt auch im April schwach aus.“
Die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) sank im März 2026 gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt um 25.000. Mit 45,66 Millionen Personen ist die Zahl der Erwerbstätigen im Vergleich zum Vorjahr um 182.000 geringer.
Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sank im Februar 2026 gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt um 16.000. Im Vergleich zum Vorjahr lag sie mit 34,75 Millionen Beschäftigten um 96.000 niedriger.
Vom 1. bis einschließlich 26. April wurden bei den Agenturen für Arbeit für 28.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen bis Februar 2026 zur Verfügung. So wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit für 156.000 Beschäftigte konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Das waren 11.000 mehr als im Vormonat, aber 114.000 weniger als vor einem Jahr. Damit bleibt die Kurzarbeit auf einem erhöhten Niveau.
Arbeitsmarkt NRW
Die Arbeitslosenquote in NRW blieb im April 2026 unverändert bei 7,9 Prozent und liegt damit über dem Bundesdurchschnitt (Abb. 1). Im April 2026 waren 793.110 Personen arbeitslos gemeldet. Das waren 3.270 Personen mehr als im Vormonat. Damit bleibt die Arbeitslosenzahl nahe der 800.000er-Marke, die im August 2025 erstmals seit April 2010 überschritten wurde. Im Vergleich zum April 2025 stieg die Arbeitslosenzahl um 11.320 Personen. Die Arbeitslosenquote lag damals bei 7,8 Prozent (siehe Tabelle 2 für einen Überblick der Arbeitslosigkeit in NRW und Anhang 1 für einen Überblick des Arbeitsmarktes in NRW nach kreisfreien Städten und Kreisen).
Zur aktuellen Entwicklung am Arbeitsmarkt in NRW sagte Dirk Strangfeld, Geschäftsführer der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit: „Üblicherweise sinkt die Arbeitslosigkeit im April. In den vergangenen vier Jahren war das jedoch drei Mal nicht der Fall. Grund ist die anhaltend krisenhafte Lage in der Weltwirtschaft, die sich sichtbar auch am Arbeitsmarkt in NRW auswirkt.“ Die Unsicherheit in der Wirtschaft sei hoch und habe sich „nicht zuletzt durch den Krieg im Iran und seine unmittelbaren Auswirkungen“ wieder erhöht. „Die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt ließen sich bereits jetzt beobachten. Gerade bei Personalentscheidungen zögern Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber erneut stärker.“
Arbeitsangebot und Nachfrage
Im April 2026 waren bei der Bundesagentur für Arbeit bundesweit 641.250 offene Stellen gemeldet. Das sind 4.815 Stellen weniger als im April 2025. In NRW hingegen stieg die Anzahl der offenen Stellen auf 157.439 offene Stellen. Der Stellenindex BA-X für Deutschland, der als Indikator für die Nachfrage nach Arbeitskräften dient, sank von 103 Punkten im März 2026 auf 102 Punkte im April 2026 (Abb. 2). In NRW verharrte der BA-X bei 118 Punkten. Die volatile Entwicklung der Arbeitskräftenachfrage in NRW ist jedoch weiterhin auf die Stellenausschreibungen der Bundeswehr zurückzuführen. Grundsätzlich werden die Stellenausschreibungen der Bundeswehr unabhängig vom Einsatzort beim Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr mit Hauptsitz in Köln gemeldet. Dadurch ist das aktuelle Bild der offenen Stellen sowie des Stellenindex BA-X für NRW statistisch verzerrt. Insgesamt sollte die Nachfrage nach Arbeitskräften in NRW deshalb aufgrund der anhaltenden strukturellen Krise auf einem mit der Coronakrise vergleichbaren Niveau bleiben.






