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Arbeitsmarkt, Dezember 20253 min read

Januar 9, 2026 3 min read
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Arbeitsmarkt, Dezember 20253 min read

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Arbeitsmarkt Bund

Die Zahl der Arbeitslosen im Bund stieg im Dezember 2025 gegenüber dem Vormonat um 22.901 auf 2.907.991 Personen (Tabelle 1). Damit nähert sie sich der Marke von drei Millionen, die im August 2025 erstmals seit Februar 2015 überschritten wurde. Die Arbeitslosenquote stieg von 6,1 Prozent im November auf 6,2 Prozent im Dezember. Im Vergleich zum Dezember 2025 stieg die Arbeitslosenzahl um 101.366 Personen. Die Arbeitslosenquote lag damals noch bei 6,0 Prozent.

Zur aktuellen Entwicklung am Arbeitsmarkt in Deutschland sagte Andrea Nahles, die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit: „Dem Arbeitsmarkt fehlt weiterhin wirtschaftlicher Rückenwind. Auch zum Jahresende hält daher die schwache Entwicklung an.“

Die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) sank im November 2025 gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt um 1.000. Mit 46,19 Millionen Personen ist die Zahl der Erwerbstätigen im Vergleich zum Vorjahr um 49.000 geringer.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg im Oktober 2025 gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt um 6.000 auf 35.226.000. Im Vergleich zum Vorjahr lag sie mit 35,23 Millionen Beschäftigten um 10.900 niedriger.

Vom 1. bis einschließlich 29. Dezember wurden bei den Agenturen für Arbeit für 41.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen bis Oktober 2025 zur Verfügung. So wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit für 203.000 Beschäftigte konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt (Anhang 2). Damit steigt die Kurzarbeit seit Oktober 2025 an und liegt auf einem erhöhten Niveau.

Arbeitsmarkt NRW

Die Arbeitslosenquote in NRW blieb im Dezember 2025 gegenüber dem Vormonat unverändert bei 7,6 Prozent und liegt damit über dem Bundesdurchschnitt (Abb. 1). Im Dezember waren 767.017 Personen arbeitslos gemeldet. Damit nährte sich die Arbeitslosenzahl der Schwelle von 800.000, die im August 2025 erstmals seit April 2010 überschritten wurde. Im Vergleich zum Dezember 2024 stieg die Arbeitslosenzahl um 14.700 Personen und die Arbeitslosenquote lag bei 7,5 Prozent (siehe Tabelle 2 für einen Überblick der Arbeitslosigkeit in NRW und Anhang 1 für einen Überblick des Arbeitsmarktes in NRW nach kreisfreien Städten und Kreisen).

Zur aktuellen Entwicklung am Arbeitsmarkt in NRW sagte Roland Schüßler, Vorsitzender der Geschäftsführer der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit: „Der Arbeitsmarkt entwickelte sich im Dezember wie ein Spiegelbild des ganzen zurückliegenden Jahres. Für das neue Jahr 2026 bedeutet das: Wir starten zwar ohne Aufschwung, aber auch ohne neuen Dämpfer. […] Wir haben in NRW immer noch zwei Prozent oder fast 15.000 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr. Zudem könnten wir allein aufgrund der erwartbaren saisonalen Entwicklung spätestens im Februar noch einmal die Grenze von 800.000 arbeitslos gemeldeten Menschen überschreiten. […] Unsere Aufgabe für 2026 ist klar. Wir wollen zum einen Arbeitsuchende und Betriebe noch besser zusammenbringen und die Chancen am Arbeitsmarkt insbesondere von Menschen ohne Berufsabschluss durch Qualifizierung stärken. Dort, wo Fachkräfte fehlen – etwa in Pflege, Erziehung, Sozialarbeit und technischen Berufen – wollen wir mit Weiterbildung, Umschulung und gezielter Fachkräftegewinnung neue Chancen eröffnen.“

Arbeitsangebot und Nachfrage

Im Dezember 2025 waren bei der Bundesagentur für Arbeit bundesweit 619.351 offene Stellen gemeldet. Das sind 34.900 Stellen weniger als im Dezember 2024. Auch in NRW sank die Anzahl der offenen Stellen. Im Dezember 2025 sank sie gegenüber dem Vorjahresmonat um 4.063 auf 125.539 offene Stellen. Der Stellenindex BA-X für Deutschland, der als Indikator für die Nachfrage nach Arbeitskräften dient, stieg von 100 Punkten im November 2025 auf 101 Punkte im Dezember 2025 (Abb. 2). Auch in NRW stieg der BA-X von 98 Punkten auf 99 Punkte. Das Ergebnis zeigt, dass die anhaltende strukturelle Krise die Arbeitskräftenachfrage auf einem mit der Coronakrise vergleichbaren Niveau hält.