Arbeitsmarkt, Februar 20264 min read
Reading Time: 3 minutesArbeitsmarkt Bund
Die Zahl der Arbeitslosen im Bund sank im Februar 2026 gegenüber dem Vormonat um 14.671 auf 3.069.942 Personen (Tabelle 1). Damit bleibt die Zahl weiter über der Drei-Millionen-Marke, die im August 2025 erstmals seit Februar 2015 überschritten wurde. Die Arbeitslosenquote sank von 6,6 Prozent im Januar 2026 auf 6,5 Prozent im Februar 2026. Im Vergleich zum Februar 2025 stieg die Arbeitslosenzahl um 80.722 Personen. Die Arbeitslosenquote lag damals bei 6,4 Prozent.
Zur aktuellen Entwicklung am Arbeitsmarkt in Deutschland sagte Andrea Nahles, die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit: „Auch zum Ende der Winterpause kommt der Arbeitsmarkt nicht in Schwung. Die Arbeitslosigkeit verändert sich kaum und bleibt über 3 Millionen.“
Die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) sank im Januar 2026 gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt um 13.000. Mit 45,66 Millionen Personen ist die Zahl der Erwerbstätigen im Vergleich zum Vorjahr um 94.000 geringer.
Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg im Dezember 2025 gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt um 5.000. Im Vergleich zum Vorjahr lag sie mit 34,98 Millionen Beschäftigten um 40.000 niedriger.
Vom 1. bis einschließlich 23. Februar wurden bei den Agenturen für Arbeit für 35.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen bis Dezember 2025 zur Verfügung. So wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit für 139.000 Beschäftigte konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt (Anhang 2). Damit liegt die Kurzarbeit seit Oktober 2025 auf einem erhöhten Niveau.
Arbeitsmarkt NRW
Die Arbeitslosenquote in NRW sank von 8,0 Prozent im Januar 2026 auf 7,9 Prozent im Februar 2026 und liegt damit über dem Bundesdurchschnitt (Abb. 1). Im Februar 2026 waren 796.582 Personen arbeitslos gemeldet. Damit nährte sich die Arbeitslosenzahl der Schwelle von 800.000, die im August 2025 erstmals seit April 2010 überschritten wurde. Im Vergleich zum Februar 2025 stieg die Arbeitslosenzahl um 8.100 Personen und die Arbeitslosenquote lag bei 7,9 Prozent (siehe Tabelle 2 für einen Überblick der Arbeitslosigkeit in NRW und Anhang 1 für einen Überblick des Arbeitsmarktes in NRW nach kreisfreien Städten und Kreisen).
Zur aktuellen Entwicklung am Arbeitsmarkt in NRW sagte Roland Schüßler, Vorsitzender der Geschäftsführer der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit: „Ein geringfügiger Rückgang der Arbeitslosigkeit im Februar kommt zwar immer wieder vor, doch in diesem Jahr war aufgrund des weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes nicht damit zu rechnen. […] Im langjährigen Durchschnitt legt die Arbeitslosigkeit zum Ende des Winters um rund 1.000 Arbeitslose mit Ausschlägen nach oben oder unten zu. Wir hatten deshalb damit rechnen können, dass NRW im Februar die Grenze von 800.000 Arbeitslosen überschreitet. Dass es nun nicht so weit gekommen ist, ist eine gute Nachricht. Andererseits ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahr weiter gestiegen, wenn auch nur leicht. Damit bleibt das Grundniveau der Arbeitslosigkeit weiter hoch. Das bedeutet aber auch, dass aktuell noch kein Signal für eine stabile Erholung am NRW- Arbeitsmarkt erkennbar ist.“
Arbeitsangebot und Nachfrage
Im Februar 2026 waren bei der Bundesagentur für Arbeit bundesweit 637.559 offene Stellen gemeldet (Anhang 2). Das sind 1.386 Stellen weniger als im Februar 2025. In NRW hingegen stieg die Anzahl der offenen Stellen auf 155.456 offene Stellen. Das sind 26.859 Stellen mehr als im Februar 2025. Der Stellenindex BA-X für Deutschland, der als Indikator für die Nachfrage nach Arbeitskräften dient, stieg von 102 Punkten im Januar 2026 auf 106 Punkte im Februar 2026 (Abb. 2). Auch in NRW stieg der BA-X von 106 Punkten auf 135 Punkte. Dieser starke Anstieg der Arbeitskräftenachfrage in NRW ist jedoch auf die Stellenausschreibungen der Bundeswehr zurückzuführen. Grundsätzlich werden die Stellenausschreibungen der Bundeswehr unabhängig vom Einsatzort beim Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswert mit Hauptsitz in Köln gemeldet. Dadurch ist das aktuelle Bild der steigenden Anzahl der offenen Stellen sowie des steigenden Stellenindex BA-X für NRW statistisch verzerrt. Insgesamt bleibt die Nachfrage nach Arbeitskräften in NRW deshalb aufgrund der anhaltenden strukturellen Krise auf einem mit der Coronakrise vergleichbaren Niveau.






