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Arbeitsmarkt, Januar 20263 min read

Februar 3, 2026 3 min read
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Arbeitsmarkt, Januar 20263 min read

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Arbeitsmarkt Bund

Die Zahl der Arbeitslosen im Bund stieg im Januar 2026 gegenüber dem Vormonat um 176.622 auf 3.084.613 Personen (Tabelle 1). Damit erreichte die Zahl wieder die Marke von drei Millionen, die im August 2025 erstmals seit Februar 2015 überschritten wurde. Die Arbeitslosenquote stieg von 6,2 Prozent im Dezember 2025 auf 6,6 Prozent im Januar 2026. Im Vergleich zum Januar 2025 stieg die Arbeitslosenzahl um 91.955 Personen. Die Arbeitslosenquote lag damals noch bei 6,4 Prozent.

Zur aktuellen Entwicklung am Arbeitsmarkt in Deutschland sagte Andrea Nahles, die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit: „Derzeit gibt es nur wenig Dynamik am Arbeitsmarkt. Zum Jahresbeginn hat die Arbeitslosigkeit aus jahreszeitlichen Gründen deutlich zugenommen und damit auch wieder die Marke von drei Millionen überschritten.“ Die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) sank im Dezember 2025 gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt um 6.000. Mit 46,04 Millionen Personen ist die Zahl der Erwerbstätigen im Vergleich zum Vorjahr um 74.000 geringer.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sank im November 2025 gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt um 5.000 auf 35.205.000. Im Vergleich zum Vorjahr lag sie mit 35,21 Millionen Beschäftigten um 17.000 niedriger.

Vom 1. bis einschließlich 29. Dezember wurden bei den Agenturen für Arbeit für 28.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen bis November 2025 zur Verfügung. So wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit für 204.000 Beschäftigte konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt (Anhang 2). Damit liegt die Kurzarbeit seit Oktober 2025 auf einem erhöhten Niveau.

Arbeitsmarkt NRW

Die Arbeitslosenquote in NRW stieg von 7,6 Prozent im Dezember 2025 auf 8,0 Prozent im Januar 2026 und liegt damit über dem Bundesdurchschnitt (Abb. 1). Im Januar 2026 waren 798.016 Personen arbeitslos gemeldet. Damit nährte sich die Arbeitslosenzahl der Schwelle von 800.000, die im August 2025 erstmals seit April 2010 überschritten wurde. Im Vergleich zum Januar 2025 stieg die Arbeitslosenzahl um 10.163 Personen und die Arbeitslosenquote lag bei 7,9 Prozent (siehe Tabelle 2 für einen Überblick der Arbeitslosigkeit in NRW und Anhang 1 für einen Überblick des Arbeitsmarktes in NRW nach kreisfreien Städten und Kreisen).

Zur aktuellen Entwicklung am Arbeitsmarkt in NRW sagte Roland Schüßler, Vorsitzender der Geschäftsführer der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit: „Im Januar melden sich viele Menschen arbeitslos, deren Verträge befristet waren und Ende Dezember ausgelaufen sind, dazu kommen witterungsbedingte Einschränkungen in den Außenberufen sowie das Ende der zweieinhalb- und dreieinhalbjährigen Ausbildungen. Die gute Nachricht ist, dass der Anstieg der Arbeitslosigkeit um fast 31.000 Menschen, die sich arbeitslos gemeldet haben, leicht unter dem für den Januar langjährigen Durchschnitt von rund 32.000 Personen lag. Dementsprechend ist die Arbeitslosigkeit auch saisonbereinigt gesunken. […] Die aktuell angespannte Lage in der Wirtschaft wirkt sich weiter auf den NRW-Arbeitsmarkt aus. Betroffen sind auch langjährige Mitarbeitende in den Unternehmen mit einem Anspruch auf Arbeitslosengeld. In der Grundsicherung ging im Vergleich zum Vorjahr die Zahl der Arbeitslosen hingegen zurück – um rund 9.000 Frauen und Männer oder 1,7 Prozent.“

Arbeitsangebot und Nachfrage

Im Januar 2026 waren bei der Bundesagentur für Arbeit bundesweit 598.110 offene Stellen gemeldet. Das sind 34.224 Stellen weniger als im Januar 2025. Auch in NRW sank die Anzahl der offenen Stellen leicht. Im Januar 2026 sank sie gegenüber dem Vorjahresmonat um 714 auf 127.146 offene Stellen. Der Stellenindex BA-X für Deutschland, der als Indikator für die Nachfrage nach Arbeitskräften dient, sank von 101 Punkten im Dezember 2025 auf 100 Punkte im Januar 2026 (Abb. 2). Hingegen stieg in NRW der BA-X von 99 Punkten auf 106 Punkte. Die Arbeitskräftenachfrage erhöhte sich zwar saisonbedingt im Januar. Aber das Gesamtbild zeigt, dass die anhaltende strukturelle Krise die Arbeitskräftenachfrage auf einem mit der Coronakrise vergleichbaren Niveau hält.