Arbeitsmarkt, Oktober 20265 min read
Reading Time: 4 minutesArbeitsmarkt Bund
Die Zahl der Arbeitslosen im Bund sank im Oktober 2026 gegenüber dem Vormonat um 39.817 auf 2.954.598 Personen (Abb. 1). Damit bleibt die Arbeitslosenzahl unter der Drei-Millionen-Marke. Die Arbeitslosenquote sank von 6,4 Prozent im September 2026 auf 6,3 Prozent im Oktober 2026 (Abb. 2). Damit liegt sie deutlich über dem bisherigen Tiefstand von 5,0 Prozent im Jahresdurchschnitt 2019. Zur aktuellen Entwicklung am Arbeitsmarkt in Deutschland sagte Andrea Nahles, Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit: „Der Rückgang der Arbeitslosigkeit fällt im Oktober vergleichsweise schwach aus.“
Die Zahl der Erwerbstätigen nach dem Inlandskonzept sank saisonbereinigt von 45,84 Millionen im September 2025 auf 45,63 Millionen Personen im September 2026 (Abb. 3). Damit liegt sie unter dem bisherigen Höchststand von 45,99 Millionen Personen im Mai 2024. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sank saisonbereinigt von 34,95 Millionen im August 2025 auf 34,91 Millionen Beschäftigte im August 2026. Damit liegt sie ebenfalls unter dem bisherigen Höchststand von 34,98 Millionen Personen im Juli 2025. Der seit Mitte der 2000er-Jahre beobachtbare langfristige Anstieg der Erwerbstätigkeit und der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung ist damit zum Ende gekommen.
Im Zeitraum vom 1. bis zum 26. Oktober 2026 betrafen die Anzeigen zur konjunkturellen Kurzarbeit 22.000 Personen. Für die tatsächliche Inanspruchnahme liegen derzeit Angaben bis August 2026 vor: Die vorläufige Hochrechnung weist 98.000 Beschäftigte mit konjunkturellem Kurzarbeitergeld aus. Das sind 20.000 weniger als im Vormonat und rund 66.000 weniger als vor einem Jahr. Im längerfristigen Vergleich ist der aktuelle Wert aber weiterhin etwas erhöht.
Das konjunkturelle Kurzarbeitergeld gleicht Verdienstausfälle bei einem vorübergehenden Arbeitsausfall aus wirtschaftlichen Gründen, etwa wegen Auftragsmangels, oder infolge eines unabwendbaren Ereignisses teilweise aus. Während der Corona-Pandemie wurde das konjunkturelle Kurzarbeitergeld besonders stark genutzt, um Beschäftigung zu sichern: Im April 2020 bezogen rund 6 Millionen Beschäftigte diese Leistung. Neben dem konjunkturellen Kurzarbeitergeld gibt es das Saison-Kurzarbeitergeld und das Transferkurzarbeitergeld. Das konjunkturelle Kurzarbeitergeld wird über die Arbeitslosenversicherung finanziert.
Arbeitsmarkt NRW
Die Zahl der Arbeitslosen in NRW sank im Oktober 2026 gegenüber dem Vormonat um 8.122 auf 784.578 Personen (Abb. 1). Die Arbeitslosenzahl bleibt damit unter der 800.000er-Marke, die im August 2025 erstmals seit April 2010 überschritten wurde. Die Arbeitslosenquote in NRW sank von 7,9 Prozent im September auf 7,8 Prozent im Oktober (Abb. 2) und liegt damit weiterhin über dem Bundesdurchschnitt (Abb. 4). Damit liegt sie deutlich über dem bisherigen Tiefstand von 6,5 Prozent im Jahresdurchschnitt 2019.
Die Arbeitslosigkeit nach demografischen Merkmalen in NRW zeigt, dass unter den ausgewiesenen Altersgruppen die 55- bis unter 65-Jährigen mit 8,1 Prozent die höchste Arbeitslosenquote aufwiesen (Tabelle 1). Bei den Ausländern lag die Arbeitslosenquote mit 17,4 Prozent deutlich über der Quote der Deutschen von 5,9 Prozent. Die Arbeitslosigkeit nach Agenturbezirken in NRW zeigt, dass der Agenturbezirk Duisburg mit 13,3 Prozent die höchste Arbeitslosenquote verzeichnete, während der Agenturbezirk Coesfeld mit 4,0 Prozent die niedrigste aufwies.
Zur aktuellen Entwicklung am Arbeitsmarkt in NRW sagte Dirk Strangfeld, Geschäftsführer der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit: „Nach einem sehr mittelmäßigen Start im September hat die Herbstbelebung damit etwas mehr an Schwung gewonnen. Es wäre jedoch verfrüht zu sagen, dass nun die Verbesserungen in der Auftragslage und damit ein konjunktureller Aufwärtstrend, von dem viele Unternehmen wie auch die Wirtschaftsforschungsunternehmen berichten, jetzt auch schon sichtbar am Arbeitsmarkt ankommt.“
Arbeitsangebot und Nachfrage
Im Oktober 2026 waren bei der Bundesagentur für Arbeit bundesweit 653.993 offene Stellen gemeldet. Das waren im Bund 30.791 Stellen mehr als im Oktober 2025. In NRW lag der Bestand an gemeldeten offenen Stellen im Oktober bei 160.615 und damit um 34.826 über dem Vorjahreswert (Abbildung 5). Abbildung 5 zeigt, dass die seit 2019 steigende Arbeitslosenzahl mit den sinkenden offenen Stellen in NRW einherging. Der sprunghafte Anstieg der gemeldeten Stellen seit Februar 2026 ist insbesondere auf einen Bundeswehr-Sondereffekt zurückzuführen. Die staatliche Arbeitskräftenachfrage könnte auch dazu beigetragen haben, den weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit zu begrenzen.
Der Stellenindex BA-X für Deutschland, der als Indikator für die Nachfrage nach Arbeitskräften dient, sank im Oktober 2026 auf 102 Punkte (Abb. 6). In NRW sank der BA-X im Oktober 2026 auf 118 Punkte. Der sprunghafte Anstieg der Arbeitskräftenachfrage für NRW ab dem Jahr 2026 ist auf Stellenausschreibungen der Bundeswehr zurückzuführen. Grundsätzlich werden Stellenausschreibungen der Bundeswehr unabhängig vom späteren Einsatzort beim Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr mit Hauptsitz in Köln gemeldet. Dadurch werden sowohl der Bestand der offenen Stellen als auch der Stellenindex BA-X für NRW statistisch nach oben verzerrt. Allerdings deutet die Stabilisierung der Arbeitskräftenachfrage im Bund auf niedrigem Niveau darauf hin, dass die Arbeitskräftenachfrage in NRW ohne den Bundeswehr Sondereffekt weiterhin schwach wäre.









