Industrie im Trend, März 20264 min read
Reading Time: 3 minutesIndustrieproduktion
Im Januar 2026 sank die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe in Nordrhein-Westfalen um 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Damit liegt das aktuelle Produktionsniveau etwa 23 Prozent unter dem Vorkrisenniveau von 2018 (Abb. 1). Das aktuelle Ergebnis ist, abgesehen von der kurzlebigen Erholung nach der Coronakrise im Jahr 2020, ein Ausdruck der seit 2018 andauernden strukturellen Krise.
Im Januar 2026 verzeichneten einige Branchen des Verarbeitenden Gewerbes in NRW eine Produktionssteigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum (Abb. 2). Den stärksten Zuwachs meldete die Branche „Sonstiger Fahrzeugbau“ mit einem Plus von 6,5 Prozent. Im Jahr 2024 erwirtschaftete die Branche im Regierungsbezirk Düsseldorf einen Umsatz von 2,4 Milliarden Euro und damit etwa 60,0 Prozent des Gesamtumsatzes dieser Branche in NRW, gefolgt von den Betrieben in den Regierungsbezirken Arnsberg mit 19,5 Prozent, Münster mit 8,7 Prozent, Detmold mit 6,7 Prozent und Köln mit 5,1 Prozent.
Dagegen verzeichnete die Branche „Kokerei und Mineralölverarbeitung“ mit -21,7 Prozent den stärksten Rückgang. Auch die Branche „Pharmazeutische Erzeugnisse“ verzeichnet ein Minus von 18,8 Prozent. Im Jahr 2024 erwirtschaftete die Pharmaindustrie im Regierungsbezirk Köln einen Umsatz von 6,9 Milliarden Euro und damit etwa 72,3 Prozent des Gesamtumsatzes der nordrhein-westfälischen Pharmaindustrie, gefolgt von den Betrieben in den Regierungsbezirken Detmold mit 10,3 Prozent, Arnsberg mit 9,0 Prozent, Münster mit 6,1 Prozent und Düsseldorf mit 2,1 Prozent.
Der Produktionsrückgang im Verarbeitenden Gewerbe deutet zwar auf eine Schwächung der vollständigen industriellen Wertschöpfungsketten in NRW hin. Aber die Produktion in der Branche „Kraftwagen und Kraftwagenteile“ sowie „Metallerzeugung und -bearbeitung“ stieg jeweils um 6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Erholung in der Metallindustrie als dauerhaft erweisen und sich positiv auf andere Industriezweige auswirken könnte.
Auftragseingänge und -bestand
Die Auftragseingänge, ein Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung, deuten auf eine negative Produktionsentwicklung in der nordrhein-westfälischen Industrie hin (Abb. 3). Im Januar 2026 sanken die Inlandsaufträge um 9,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, während die Auslandsaufträge um 7,9 Prozent sanken. Damit sanken die gesamten Auftragseingänge um 8,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
Im Januar 2026 verzeichnete lediglich die Branche „Sonstiger Fahrzeugbau“ mit einem Plus von 77,9 Prozent die steigenden Auftragseingänge gegenüber dem Vorjahreszeitraum (Abb. 4). In diesem Wirtschaftszweig spielen unter anderem staatliche Aufträge eine wichtige Rolle, z.B. im Schienenfahrzeugbau, der Luft- und Raumfahrt sowie der Herstellung militärischer Kampffahrzeuge. Dagegen gingen die Auftragseingänge in der Branche „Pharmazeutische Erzeugnisse“ um 31,8 Prozent am stärksten zurück.
Der Auftragsbestand, gemessen an der Reichweite der Aufträge in Monaten, im Verarbeitenden Gewerbe stieg im Januar 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,6 Prozent. Die Reichweite der Auftragsbestände im Verarbeitenden Gewerbe lag zuletzt bei durchschnittlich 6,2 Monaten. Das bedeutet, dass die Unternehmen ihre Produktion für etwa ein halbes Jahr auslasten könnten, selbst wenn keine neuen Aufträge hinzukämen.
Umsatz
Im Januar 2026 erwirtschaftete die Industrie in NRW einen Inlandsumsatz von 14,0 Milliarden Euro und einen Auslandsumsatz von 12,1 Milliarden Euro. Der Gesamtumsatz lag damit bei etwa 26,1 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Januar 2025 sank der Inlandsumsatz um 6,5 Prozent, während der Auslandsumsatz um 6,7 Prozent sank. Insgesamt sank der Umsatz um 6,6 Prozent. Der durchschnittliche Monatsumsatz im Jahr 2025 lag bei 28,6 Milliarden Euro (Abb. 5).
Beschäftigung
Die Beschäftigung in der nordrhein-westfälischen Industrie wird weiter abgebaut. Im Januar 2026 betrug die Anzahl der Beschäftigten in den Betrieben mit mehr als 20 Beschäftigten 1.157.307 Personen (Abb. 6). Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank sie um 36.155 Personen und ging damit den 26. Monat in Folge zurück. Derzeit verliert die Industrie in NRW Monat für Monat etwa 3.000 Arbeitsplätze. Die seit 2018 andauernde strukturelle Krise schlägt sich auch in der Beschäftigung nieder. Der Arbeitsmarkt, der trotz rückläufiger Produktion, Aufträge und Umsätze bis 2023 stabil gehalten hatte, gerät zunehmend unter Druck.









