Industrie im Trend, Mai 20263 min read
Reading Time: 3 minutesIm März 2026 sank die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe in Nordrhein-Westfalen um 7,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Damit liegt das aktuelle Produktionsniveau etwa 21 Prozent unter dem Vorkrisenniveau von 2018 (Abb. 1). Das aktuelle Ergebnis ist, abgesehen von der kurzlebigen Erholung nach der Coronakrise im Jahr 2020, ein Ausdruck der seit 2018 andauernden strukturellen Krise.
Vom Januar bis März 2026 verzeichneten einige Branchen des Verarbeitenden Gewerbes in NRW eine Produktionssteigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum (Abb. 2). Den stärksten Zuwachs meldete weiterhin die Branche „Sonstiger Fahrzeugbau“ mit einem Plus von 7,9 Prozent. Dagegen verzeichnete die Branche „Pharmazeutische Erzeugnisse“ mit -34,3 Prozent den stärksten Rückgang.
Aufträge in der Industrie in NRW
Die Auftragseingänge als ein Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung deuten weiterhin auf eine schwache Produktionsentwicklung in der nordrhein-westfälischen Industrie hin (Abb. 3). Im März 2026 sanken die Inlandsaufträge um 6,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, die Auslandsaufträge sanken um 1,9 Prozent. Damit sanken die gesamten Auftragseingänge um 4,0 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
Vom Januar bis März 2026 verzeichnete die Branche „Textilien“ mit einem Plus von 51,2 Prozent außergewöhnlich hohe Steigerung der Auftragseingänge gegenüber dem Vorjahreszeitraum (Abb. 4). Dagegen verzeichnen zahlreiche klassische Industriezweige weiterhin rückläufige Auftragseingänge, darunter insbesondere die Pharmaindustrie sowie weitere exportorientierte Branchen. In der Branche „Pharmazeutische Erzeugnisse“ gingen die Auftragseingänge um 40,3 Prozent am stärksten zurück.
Der Auftragsbestand, gemessen an der Reichweite der Aufträge in Monaten, im Verarbeitenden Gewerbe stieg im März 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,6 Prozent. Die Reichweite der Auftragsbestände im Verarbeitenden Gewerbe lag zuletzt bei durchschnittlich 6,4 Monaten. Das bedeutet, dass die Unternehmen ihre Produktion für etwa ein halbes Jahr auslasten könnten, selbst wenn keine neuen Aufträge hinzukämen.
Umsatz in der Industrie in NRW
Im März 2026 erwirtschaftete die Industrie in NRW einen Inlandsumsatz von 16,7 Milliarden Euro und einen Auslandsumsatz von 15,0 Milliarden Euro. Der Gesamtumsatz lag damit bei etwa 31,7 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahresmonat März 2025 stieg der Inlandsumsatz um 3,1 Prozent, während der Auslandsumsatz um 2,9 Prozent sank. Insgesamt stieg der Umsatz um 0,1 Prozent. Der durchschnittliche Monatsumsatz im Jahr 2026 lag bei 28,3 Milliarden Euro (Abb. 5).
Beschäftigung in der Industrie in NRW
Die Beschäftigung in der nordrhein-westfälischen Industrie wird weiter abgebaut. Im März 2026 betrug die Anzahl der Beschäftigten in den Betrieben mit mehr als 20 Beschäftigten 1.154.197 Personen (Abb. 6). Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank sie um 41.134 Personen und ging damit den 28. Monat in Folge zurück. Derzeit verliert die Industrie in NRW Monat für Monat etwa 3.000 Arbeitsplätze. Die seit 2018 andauernde strukturelle Krise schlägt sich auch in der Beschäftigung nieder. Der Arbeitsmarkt, der trotz rückläufiger Produktion, Aufträge und Umsätze bis 2023 stabil gehalten hatte, gerät zunehmend unter Druck.









