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Industrie im Trend, November 20254 min read

November 25, 2025 3 min read
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Industrie im Trend, November 20254 min read

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Industrieproduktion

Im September 2025 sank die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe in Nordrhein-Westfalen um 2,0 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Damit liegt das aktuelle Produktionsniveau etwa 19 Prozent unter dem Vorkrisenniveau von 2018 (Abb. 1). Das aktuelle Ergebnis ist, abgesehen von der kurzlebigen Erholung nach der Coronakrise im Jahr 2020, ein Ausdruck der seit 2018 andauernden strukturellen Krise.

Von Januar bis September 2025 verzeichneten einige Branchen des Verarbeitenden Gewerbes in NRW eine Produktionssteigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum (Abb. 2). Den stärksten Zuwachs meldete die Branche „Pharmazeutische Erzeugnisse“ mit einem Plus von 7,9 Prozent. Im Jahr 2024 erwirtschaftete die Pharmaindustrie im Regierungsbezirk in Köln einen Umsatz von 6,9 Milliarden Euro und damit etwa 72,3 Prozent des Gesamtumsatzes der nordrhein-westfälischen Pharmaindustrie, gefolgt von den Betrieben in den Regierungsbezirken Detmold mit 10,3 Prozent, Arnsberg mit 9,0 Prozent, Münster mit 6,1 Prozent und Düsseldorf mit 2,1 Prozent.

Dagegen verzeichnete die Branche „Sonstiger Fahrzeugbau“ mit -7,2 Prozent den stärksten Rückgang. Der Produktionsrückgang im Verarbeitenden Gewerbe deutet auf eine Schwächung der vollständigen industriellen Wertschöpfungsketten in NRW hin. Die Produktion in der Chemieindustrie, die wie in der Pharmaindustrie von Januar bis April noch über dem Vorjahresniveau lag, ist seit Mai deutlich unter dem Vorjahresniveau. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Erholung in der Grundstoffindustrie, z.B. in der Pharmaindustrie, als dauerhaft erweisen und sich positiv auf andere Industriezweige auswirken könnte.

Auftragseingänge und -bestand

Die Auftragseingänge, ein Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung, deuten auf eine positive Produktionsentwicklung in der nordrhein-westfälischen Industrie hin (Abb. 3). Im September 2025 stiegen die Inlandsaufträge um 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, während die Auslandsaufträge um 0,8 Prozent sanken. Damit stiegen die gesamten Auftragseingänge um 1,3 Prozent.

Von Januar bis September 2025 verzeichneten drei Branchen des Verarbeitenden Gewerbes in NRW steigende Auftragseingänge gegenüber dem Vorjahreszeitraum (Abb. 4). Den mit Abstand stärksten Zuwachs gab es in der Branche „Sonstige Fahrzeugbau“ mit einem Plus von 91,8 Prozent. Zu diesem Wirtschaftszweig gehören unter anderem staatliche Aufträge, z.B. im Schienenfahrzeugbau, der Luft- und Raumfahrt sowie der Herstellung militärischer Kampffahrzeuge.

Dagegen gingen die Auftragseingänge in der Branche „Textilien“ um 8,9 Prozent am stärksten zurück. Im Jahr 2024 erwirtschaftete die Textilindustrie im Regierungsbezirk in Münster einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro und damit etwa 43,8 Prozent des Gesamtumsatzes der nordrhein-westfälischen Textilindustrie, gefolgt von den Betrieben in den Regierungsbezirken Düsseldorf mit 25,0 Prozent, Köln mit 14,5 Prozent, Detmold mit 11,6 Prozent und Arnsberg mit 5,1 Prozent.

Der Auftragsbestand, gemessen an der Reichweite der Aufträge in Monaten, im Verarbeitenden Gewerbe sank im September 2025 gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,8 Prozent. Die Reichweite der Auftragsbestände im Verarbeitenden Gewerbe lag zuletzt bei durchschnittlich 6,1 Monaten. Das bedeutet, dass die Unternehmen ihre Produktion für ein halbes Jahr auslasten könnten, selbst wenn keine neuen Aufträge hinzukämen.

Umsatz

Im September 2025 erwirtschaftete die Industrie in NRW einen Inlandsumsatz von 16,0 Milliarden Euro und einen Auslandsumsatz von 14,1 Milliarden Euro. Der Gesamtumsatz lag damit bei etwa 30,1 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahresmonat September 2024 stieg der Inlandsumsatz um 1,0 Prozent, während der Auslandsumsatz um 2,9 Prozent sank. Insgesamt sank der Umsatz um 0,9 Prozent. Der bisherige durchschnittliche Monatsumsatz von 28,7 Milliarden Euro im Jahr 2025 liegt trotz der gestiegenen Preise deutlich unter dem Niveau der Vorjahre 2022 bis 2024 (Abb. 5).

Beschäftigung

Im September 2025 betrug die Anzahl der Beschäftigten in den Betrieben der nordrhein-westfälischen Industrie mit mehr als 20 Beschäftigten 1.179.334 Personen (Abb. 6). Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank die Anzahl der Beschäftigten um 31.186 Personen und ging damit den 22. Monat in Folge zurück. Die seit 2018 andauernde strukturelle Krise setzt den Arbeitsmarkt zunehmend unter Druck, der sich bis 2023 trotz rückläufiger Produktion, Aufträge und Umsätze noch stabil gehalten hatte.