Verbraucherpreise, April 20263 min read
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Die Inflation hat weiter an Dynamik gewonnen und wird zunehmend durch die Energiepreise getrieben. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lag die Inflationsrate der Verbraucherpreise im April 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat bei 2,9 Prozent (Abb. 1). Zur Entwicklung der Verbraucherpreise in Deutschland sagte Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes (Destatis): „Der erneute Anstieg der Energiepreise infolge des Iran-Kriegs hat im zweiten Monat in Folge die Gesamtteuerung verstärkt. Besonders der anhaltende Preisdruck bei Kraftstoffen ist für die Verbraucherinnen und Verbraucher deutlich spürbar.“ Die Kerninflation, die die volatilen Energie- und Nahrungsmittelpreise ausschließt, lag im April 2026 bei 2,3 Prozent. In Nordrhein-Westfalen lag die Verbraucherpreisinflation im April 2026 bei 2,7 Prozent.
Energiepreise sinken, Dienstleistungspreise steigen
Die Energiepreise wirken nicht mehr inflationsdämpfend. Im April 2026 verteuerten sich die Energieprodukte insgesamt um 10,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat (Abb. 2). Die Haushaltsenergie sank um 0,3 Prozent. Ein Grund dürften die seit Beginn des Jahres reduzierten Übertragungsnetzentgelte für Strom sein. Günstiger wurden auch Gas einschließlich Betriebskosten (-3,0 Prozent) und Fernwärme (-1,1 Prozent), bei denen sich unter anderem die Abschaffung der Gasspeicherumlage preisdämpfend auswirkte. Hingegen stiegen die Preise für Kraftstoffe (+26,2 Prozent) und leichtes Heizöl (+55,1 Prozent) deutlich. Dazu trugen vor allem der Iran-Krieg sowie die zu Jahresbeginn teilweise gestiegene CO₂-Bepreisung bei.
Die Preise für Dienstleistungen insgesamt verteuerten sich im April 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,8 Prozent und lagen damit knapp unterhalb der Gesamtteuerungsrate von 2,9 Prozent (Abb. 2). Zum Preisauftrieb bei Dienstleistungen trugen vor allem die Preise für Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+6,8 Prozent), kombinierte Personenbeförderung (+6,2 Prozent) sowie Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+5,0 Prozent) bei. Für den Preisanstieg der kombinierten Personenbeförderung war die Erhöhung des Deutschlandtickets von 58 auf 63 Euro zum Jahresbeginn verantwortlich.
Zudem verteuerten sich im April 2026 Gaststättendienstleistungen (+3,2 Prozent). Die tatsächlichen Nettokaltmieten, die die Preisentwicklung bei Dienstleistungen stark beeinflussen, stiegen um 2,2 Prozent. Dagegen verbilligten sich nur wenige Dienstleistungen gegenüber dem Vorjahresmonat, zum Beispiel Pauschalreisen (-3,5 Prozent).
Inflation und Geldpolitik
Im April 2026 stieg der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI), der für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) maßgeblich ist, im Euroraum um 3,0 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat (Abb. 3). Die Inflationsrate liegt damit deutlich über dem Zielwert, während die Wachstumsrisiken zunehmen. Bulgarien verzeichnete mit 6,2 Prozent die höchste Inflationsrate, während Finland mit 2,3 Prozent die niedrigste meldete. Die harmonisierte Kerninflation, die Energie, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak ausschließt, stieg um 2,2 Prozent.
Um die Inflation mittelfristig bei 2 Prozent zu stabilisieren, hatte die EZB seit Juni 2024 die Leitzinsen in acht Schritten um insgesamt 2,0 Prozentpunkte von 4,0 auf 2,0 Prozent gesenkt. Im April 2026 hat die EZB den Einlagezins bei 2,0 Prozent belassen. Damit setzte sich die Zinspause seit Juli 2025 fort. Die nächste EZB-Ratssitzung findet am 11. Juni 2026 statt.






