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Verbraucherpreise, Dezember 20253 min read

Januar 20, 2026 3 min read
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Verbraucherpreise, Dezember 20253 min read

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Verbraucherpreise

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg die Verbraucherpreisinflation im Dezember 2025 um 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat (Abb. 1). Die Verbraucherpreise in Deutschland erhöhten sich im Jahresdurchschnitt 2025 um 2,2 Prozent gegenüber 2024. Zur Entwicklung der Verbraucherpreise in Deutschland sagte Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes (Destatis): „Die Entwicklung der Verbraucherpreise hat sich damit stabilisiert. Im Jahresdurchschnitt 2024 hatte die Inflationsrate ebenfalls bei +2,2 Prozent gelegen, in den Jahren zuvor deutlich über 2 Prozent.“ Im Jahr 2023 lag die Jahresdurchschnittsrate bei 5,9 Prozent, 2022 bei 6,9 Prozent und 2021 bei 3,1 Prozent.

Die Kerninflation, die die volatilen Energie- und Nahrungsmittelpreise ausschließt, stieg im Dezember 2025 um 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Jahresdurchschnitt 2025 stieg die Kerninflation um 2,8 Prozent gegenüber 2024. In Nordrhein-Westfalen stieg die Verbraucherpreisinflation im Dezember 2025 um 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Jahresdurchschnitt 2025 stieg sie um 2,0 Prozent gegenüber 2024.


Energiepreise sinken, Dienstleistungspreise steigen

Der Rückgang der Energiepreise hatte erneut eine dämpfende Wirkung auf die Inflationsrate. Im Dezember 2025 verbilligten sich die Energieprodukte um 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat (Abb. 2). Im Jahresdurchschnitt 2025 gegenüber 2024 sanken die Energiepreise um 2,4 Prozent. Gegenüber 2024 sanken sowohl die Preise für Kraftstoffe (-2,6 Prozent) als auch die Preise für Haushaltsenergie (-2,3 Prozent, darunter leichtes Heizöl: -5,3 Prozent; Strom: -2,2 Prozent).

Hingegen lagen die Preise für Dienstleistungen insgesamt im Dezember 2025 um 3,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats und damit deutlich über der Gesamtteuerung (Abb. 2).

Im Jahresdurchschnitt 2025 gegenüber 2024 stiegen die Preise für Dienstleistungen um 3,5 Prozent (2024: +3,8 Prozent, 2023: +4,4 Prozent). Zu der hohen Inflation bei Dienstleistungen trugen insbesondere die Preise für kombinierte Personenbeförderung (+11,4 Prozent), Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+8,7 Prozent) sowie Versicherungen (+7,4 Prozent) bei.

Auch die Preise für viele andere Dienstleistungen wie stationäre Gesundheitsdienstleistungen (+6,7 Prozent), Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+5,5 Prozent), Pauschalreisen (+4,6 Prozent) oder Gaststättendienstleistungen (+4,0 Prozent) erhöhten sich von 2024 bis 2025 deutlich. Die tatsächlichen Nettokaltmieten, die die Preisentwicklung bei Dienstleistungen stark beeinflussen, stiegen im Jahresdurchschnitt 2025 gegenüber 2024 um 2,1 Prozent. Dagegen verbilligten sich nur wenige Dienstleistungen gegenüber 2024, zum Beispiel Telekommunikationsdienstleistungen (-1,1 Prozent).

Inflation und Geldpolitik

Im Dezember 2025 stieg der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI), der für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) maßgeblich ist, im Euroraum um 2,0 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat (Abb. 3). Die Slowakei verzeichnete mit 4,1 Prozent die höchste Inflationsrate im Euroraum, während Zypern mit 0,1 Prozent die niedrigste meldete. Die harmonisierte Kerninflation, die Energie- und Nahrungsmittelpreise ausschließt, stieg im Euroraum um 2,3 Prozent. Die Jahresergebnisse für den Euroraum werden am 19. Januar 2026 veröffentlicht.

Für eine nachhaltige Stabilisierung der Inflation beim mittelfristigen Zielwert von 2 Prozent senkte seit Juni 2024 die EZB den Leitzins achtmal um insgesamt 2,0 Prozentpunkte. Im Dezember 2025 hat sie den Einlagezins bei 2,0 Prozent belassen. Damit setzte sich die Zinspause seit Juli 2025 fort. Die nächste EZB-Ratssitzung findet am 5. Februar 2026 statt.