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Verbraucherpreise, Januar 20263 min read

Februar 18, 2026 3 min read
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Verbraucherpreise, Januar 20263 min read

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Verbraucherpreise

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lag die Inflationsrate der Verbraucherpreise im Januar 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat bei 2,1 Prozent (Abb. 1). Zur Entwicklung der Verbraucherpreise in Deutschland sagte Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes (Destatis): „Die Teuerung der Verbraucherpreise insgesamt hat sich zum Jahresanfang ver-stärkt. […] Darüber hinaus wirkt sich der Preisauftrieb bei Dienstleistungen auch im Januar erhöhend auf die Inflationsrate aus.“

Die Kerninflation, die die volatilen Energie- und Nahrungsmittelpreise ausschließt, lag im Januar 2026 bei 2,5 Prozent. In Nordrhein-Westfalen lag die Verbraucherpreisinflation im Januar 2026 bei 2,0 Prozent.

Energiepreise sinken, Dienstleistungspreise steigen

Der Rückgang der Energiepreise hatte erneut eine dämpfende Wirkung auf die Inflationsrate. Im Januar 2026 verbilligten sich die Energieprodukte um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat (Abb. 2). Die Haushaltsenergie sank um 3,2 Prozent. Ein Grund dürften die seit Beginn des Jahres reduzierten Übertragungsnetzentgelte für Strom sein. Günstiger wurden auch Gas einschließlich Umlage (-2,5 Prozent) und Fernwärme (-0,8 Prozent), bei denen sich unter anderem die Abschaffung der Gasspeicherumlage preisdämpfend auswirkte. Hingegen stiegen die Preise für Kraftstoffe (+0,5 Prozent). Dazu trug die zu Jahresbeginn teilweise gestiegene CO2-Bepreisung bei.

Die Preise für Dienstleistungen insgesamt verteuerten sich im Januar 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,2 Prozent und damit über der Gesamtteuerungsrate von 2,1 Prozent (Abb. 2). Zur hohen Inflation bei Dienstleistungen trugen vor allem die Preise für Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+7,1 Prozent), kombinierte Personenbeförderung (+6,2 Prozent)

sowie Versicherungen (+5,1 Prozent) bei. Für den Preisanstieg der kombinierten Personenbeförderung war die Erhöhung für das Deutschlandticket von 58 auf 63 Euro verantwortlich.

Zudem verteuerten sich im Januar 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat Gaststättendienstleistungen (+3,6 Prozent), auch nach der Mehrwertsteuersenkung für Speisen in der Gastronomie zu Beginn des Jahres von 19 auf 7 Prozent. Die tatsächlichen Nettokaltmieten, die die Preisentwicklung bei Dienstleistungen stark beeinflussen, stiegen im Januar 2025 um 2,3 Prozent. Dagegen verbilligten sich nur wenige Dienstleistungen gegenüber dem Vorjahresmonat, zum Beispiel Telekommunikationsdienstleistungen (-0,4 Prozent).

Inflation und Geldpolitik

Im Januar 2026 stieg der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI), der für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) maßgeblich ist, im Euroraum um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat (Abb. 3). Slowakei verzeichnete mit 4,2 Prozent die höchste Inflationsrate im Euroraum, während Frankreich mit 0,4 Prozent die niedrigste meldete. Die harmonisierte Kerninflation, die Energie- und Nahrungsmittelpreise ausschließt, stieg im Euroraum um 2,2 Prozent. Im Jahresdurchschnitt 2025 stieg die Preise im Euroraum um 2,1 Prozent gegenüber 2024. Estland verzeichnete mit 4,2 Prozent die höchste Inflationsrate im Euroraum, während Zypern mit 0,8 Prozent die niedrigste meldete.

Für eine nachhaltige Stabilisierung der Inflation beim mittelfristigen Zielwert von 2 Prozent senkte ab dem Monat Juni 2024 die EZB den Leitzins achtmal um insgesamt 2,0 Prozentpunkte. Im Februar 2026 hat sie den Einlagezins bei 2,0 Prozent belassen. Damit setzte sich die Zins-pause seit Juli 2025 fort. Die nächste EZB-Ratssitzung findet am 19. März 2026 statt.