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Verbraucherpreise, August 20264 min read

September 14, 2026 3 min read
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Verbraucherpreise, August 20264 min read

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Verbraucherpreise

Die Inflation hat sich im August 2026 erneut leicht verstärkt. Die Verbraucherpreise in Deutschland lagen um 2,9 Prozent über dem Vorjahresmonat, nach 2,8 Prozent im Juli (Abb. 1). Gegenüber dem Vormonat stiegen sie um 0,2 Prozent. Die Kerninflation ohne Energie und Nahrungsmittel betrug weiterhin 2,4 Prozent. Zur Entwicklung sagte Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes (Destatis): „Auch im August waren gestiegene Energiepreise hauptverantwortlich für die Gesamtteuerung. Besonders deutlich hat sich die vor allem durch den Iran-Krieg verursachte Teuerung der Energie bei den Kraftstoffen gezeigt.“

In Nordrhein-Westfalen stieg die Verbraucherpreisinflation von 2,7 Prozent im Juli auf 2,9 Prozent im August 2026 (siehe Anhang). Damit erreichte die Inflationsrate in NRW den höchsten Stand seit Januar 2024. Gegenüber dem Vorjahresmonat verteuerten sich in NRW Energieprodukte insgesamt um 10,1 Prozent (darunter Strom: -5,6 Prozent, Gas: -1,2 Prozent, Heizöl: +33,6 Prozent und Kraftstoffe: +26,5 Prozent). Die Preise für Dienstleistungen der häuslichen Alten- und Behindertenpflege stiegen um 11,5 Prozent und für Gaststättendienstleistungen um 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Nahrungsmittelpreise stiegen insgesamt leicht um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Innerhalb dieser Warengruppe entwickelten sich die Preise jedoch unterschiedlich: Während beispielsweise Eier um 15,8 Prozent teurer wurden, sanken die Preise für Butter um 32,3 Prozent und für Vollmilch um 10,1 Prozent.


Energiepreise treiben die Inflationise steigen

Die Energiepreise bleiben der Haupttreiber der Inflation. Die Preise für Energieprodukte insgesamt lagen im August 2026 um 10,5 Prozent höher als im August 2025 (Abb. 2). Dies war der höchste Anstieg der Energiepreise seit über drei Jahren. Kraftstoffe verteuerten sich um 27,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und um 3,1 Prozent gegenüber Juli. Dazu trugen vor allem höhere Weltmarktpreise für Rohöl infolge des Iran-Kriegs bei. Bei der CO₂-Bepreisung gilt seit Jahresbeginn statt des Festpreises von 55 Euro je Tonne ein Preiskorridor von 55 bis 65 Euro.

Laut ADAC (2026) betrug der Anteil der Steuern und Abgaben am Tankstellenpreis im Juli 2026 bei Super E10 etwa 55 Prozent (Diesel: 47 Prozent). Der Anteil der Energiesteuer lag bei 31,1 Prozent (Diesel: 22,4 Prozent), der CO₂-Abgabe bei 7,5 Prozent (8,2 Prozent) und der Mehrwertsteuer bei jeweils 16,0 Prozent. Der Anteil der Kosten und Gewinne betrug 45,4 Prozent (53,4 Prozent). Auch wenn der Iran-Krieg die Kraftstoffpreise nach oben treibt, wird das Preisniveau somit wesentlich durch Steuern und Abgaben einschließlich der CO₂-Bepreisung mitbestimmt, die bei Super E10 mehr als die Hälfte des Tankstellenpreises ausmachen.

Leichtes Heizöl, ein Teil der Haushaltsenergie, verteuerte sich von August 2025 bis August 2026 um 49,6 Prozent. Sein Gewicht innerhalb der Haushaltsenergie ist jedoch gering. Die Preisrückgänge bei Strom (-5,5 Prozent), Erdgas (-2,9 Prozent) und Fernwärme (-1,0 Prozent) überwogen, sodass Haushaltsenergie insgesamt um 0,7 Prozent günstiger wurde. Bei Strom trugen dazu unter anderem die seit Jahresbeginn durch einen Bundeszuschuss gesenkten Übertragungsnetzentgelte bei.

Die Preise für Dienstleistungen insgesamt stiegen im August 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,8 Prozent und lagen damit leicht unter der Gesamtteuerungsrate von 2,9 Prozent. Besonders stark verteuerten sich im Vorjahresvergleich unter anderem Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+6,3 Prozent), die Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+4,7 Prozent) sowie Pauschalreisen (+3,2 Prozent). Zu den Dienstleistungen sozialer Einrichtungen zählen beispielsweise Altenwohnheime, häusliche Alten- und Behindertenpflege sowie die Betreuung von Kindern nach der Schule. Gaststättendienstleistungen verteuerten sich um 3,1 Prozent. Die Nettokaltmieten, die die Preisentwicklung bei Dienstleistungen stark beeinflussen, stiegen um 1,9 Prozent. Die Preise für Telekommunikationsdienstleistungen blieben im Vorjahresvergleich nahezu unverändert (+0,1 Prozent).

Inflation und Geldpolitik

Im August 2026 stieg der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI), der für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) maßgeblich ist, nach der Eurostat-Schnellschätzung im Euroraum um 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, nach 2,9 Prozent im Juli (Abb. 3). Die

Inflationsrate lag damit weiterhin deutlich über dem mittelfristigen Zielwert der EZB von 2 Prozent. Litauen verzeichnete mit 5,8 Prozent die höchste Inflationsrate, während Estland mit 1,3 Prozent die niedrigste meldete. Die harmonisierte Kerninflation im Euroraum, die Energie, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak ausschließt, betrug 2,4 Prozent.

Die EZB beschloss am 10. September 2026 eine weitere Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte. Der für ihre geldpolitische Ausrichtung maßgebliche Zinssatz für die Einlagefazilität steigt mit Wirkung vom 16. September von 2,25 auf 2,50 Prozent. Die EZB begründete den Schritt mit dem anhaltenden Inflationsdruck infolge des Nahostkonflikts. Die höheren Zinsen sollen einer Verfestigung der Inflation entgegenwirken, erhöhen jedoch tendenziell die Finanzierungskosten für Investitionen einschließlich Baufinanzierungen. Auch längerfristige Zinsen werden über die Erwartungen an den künftigen Leitzins beeinflusst. Sie hängen jedoch ebenso von den Inflations- und Wachstumsaussichten ab. Die nächste EZB-Ratssitzung mit geldpolitischer Entscheidung findet am 29. Oktober 2026 statt.