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Geschäftsklima, Oktober 20264 min read

November 2, 2026 3 min read

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Geschäftsklima, Oktober 20264 min read

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Geschäftsklima Deutschland

Die Stimmung unter den Unternehmen in Deutschland hat sich im Oktober 2026 leicht verbessert. Der ifo Geschäftsklimaindex – das zentrale Stimmungsbarometer der deutschen Wirtschaft – stieg von 89,9 Punkten im September auf 90,2 Punkte im Oktober (Abb. 1). Ausschlaggebend waren zuversichtlichere Erwartungen. Der Index für die Geschäftserwartung erhöhte sich von 90,4 auf 91,6 Punkte. Dagegen sank der Index für die Geschäftslage von 89,5 auf 88,8 Punkte. Die Unternehmen beurteilten die aktuelle Geschäftslage damit etwas schlechter. „Die Konjunkturbelebung setzt sich fort“, kommentierte ifo-Präsident Clemens Fuest. Ob sich daraus eine dauerhaft stärkere Entwick-lung von Produktion, Investitionen und Beschäftigung ergibt, bleibt abzuwarten.

Geschäftsklima im Verarbeitenden Gewerbe ohne Ernährungsgewerbe

Im Verarbeitenden Gewerbe ohne Ernährungsgewerbe hat sich das Geschäftsklima weiter verbessert (Abb. 2). Der Geschäftsklimasaldo stieg von -1,2 Punkten im September auf +2,4 Punkte im Oktober. Sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Erwartungen verbesserten sich. Der Saldo für die Geschäftslage erhöhte sich von -1,8 auf +4,4 Punkte. Der Saldo für die Geschäftserwartungen stieg von -0,5 auf +0,4 Punkte. Die positiven Salden zeigen, dass mehr Betriebe die Lage als „gut“ statt als „schlecht“ und den Ausblick als „günstiger“ statt als „ungünstiger“ einschätzen.

In zwei der vier wichtigen Wirtschaftsbereiche verbesserte sich das Geschäftsklima im Oktober (Abb. 3). Im Verarbeitenden Gewerbe einschließlich Ernährungsgewerbe stieg der Geschäftsklimasaldo von -2,7 Punkten im September auf +1,2 Punkte. Ausschlaggebend waren sowohl die bessere Beurteilung der aktuellen Geschäftslage als auch zuversichtlichere Erwartungen.

Im Bauhauptgewerbe, zu dem Hoch- und Tiefbau wie Wohn- und Bürogebäude sowie Straßenbau gehören, stieg der Geschäftsklimasaldo von -17,0 Punkten im September auf -15,5 Punkte, blieb aber im negativen Bereich. Zur Verbesserung des Geschäftsklimas trugen sowohl die spürbar bessere Beurteilung der laufenden Geschäfte als auch leicht zuversichtlichere Erwartungen bei.

Im Dienstleistungssektor, zu dem beispielsweise Verkehr und Lagerei, Gastgewerbe, IT-Dienstleistungen, Unternehmensberatungen und Immobilienunternehmen gehören, fiel der Geschäftsklimasaldo von +0,7 auf -1,2 Punkte und damit wieder in den negativen Bereich. Die Zahlen für den Dienstleistungssektor umfassen weder Finanz- und Versicherungsdienstleistungen noch Pflege oder öffentliche Verwaltung. Die Dienstleister beurteilten die laufenden Geschäfte schlechter, während sich die Erwartungen verbesserten.

Im Handel, der gesondert vom Dienstleistungssektor erfasst wird und Groß- und Einzelhandel einschließlich Supermärkten und Drogerien umfasst, blieb der Geschäftsklimasaldo unverändert bei -17,2 Punkten im negativen Bereich. Die Händler bewerteten die aktuelle Lage schlechter, während sich die Erwartungen verbesserten.

Ausblick und Branchenbild

Aus der Befragung des ifo Instituts für einzelne Branchen ergibt sich im Oktober ein gemischtes Bild. Der Anhang weist 30 ausgewählte Teilbranchen des Verarbeitenden Gewerbes ohne Ernährungsgewerbe aus. In 18 der 30 ausgewiesenen Teilbranchen meldeten im Oktober mehr Unternehmen eine schlechte Geschäftslage (September: 16). In weiterhin 21 Teilbranchen erwarteten mehr Unternehmen eine ungünstigere Geschäftsentwicklung in den nächsten sechs Monaten (September: 21).

Bei der Geschäftslage verzeichnete der Sonstige Fahrzeugbau den höchsten Saldo (+59 Punkte). Weitere hohe Salden wiesen die Hersteller von sonstiger Keramik (+46) und die Mineralölverarbeitung (+45) auf. Zum Sonstigen Fahrzeugbau zählen unter anderem der Schiffbau, der Schienenfahrzeugbau, der Luft- und Raumfahrzeugbau sowie die Herstellung militärischer Kampffahrzeuge. Im Sonstigen Fahrzeugbau spielen öffentliche Aufträge eine wichtige Rolle. Am schlechtesten beurteilten die Hersteller von Bekleidung ihre Geschäftslage (Saldo: -54). Es folgten die Säge-, Hobel- und Holzimprägnierwerke sowie die Hersteller von Zellstoff, Papier, Karton und Pappe mit jeweils -50 Punkten.

Bei den Geschäftserwartungen verzeichnete ebenfalls der Sonstige Fahrzeugbau den höchsten Saldo (+31 Punkte). Es folgten die Hersteller von Schneidwaren und Werkzeugen (+14) sowie die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen (+11). Am pessimistischsten waren die Unternehmen der Mineralölverarbeitung (Saldo: -64). Auch die Säge-, Hobel- und Holzimprägnierwerke sowie die Eisen-, Stahl- und Tempergießereien blickten pessimistisch auf die kommenden sechs Monate (Saldo: jeweils -37).

Trotz des verbesserten Geschäftsklimas (Abb. 2) bleiben die Unterschiede zwischen den Branchen erheblich. Die gute Geschäftslage und die optimistischen Erwartungen des staatsnah geprägten Sonstigen Fahrzeugbaus belegen keine breit getragene Erholung der stärker privatwirtschaftlich geprägten Industrie.