Arbeitsmarkt, September 20264 min read
Reading Time: 4 minutesArbeitsmarkt Bund
Die Zahl der Arbeitslosen im Bund sank im September 2026 gegenüber dem Vormonat um 66.981 auf 2.994.415 Personen (Abb. 1). Damit wurde die Drei-Millionen-Marke wieder unterschritten. Die Arbeitslosenquote sank von 6,5 Prozent im August 2026 auf 6,4 Prozent im September 2026 (Abb. 2). Damit liegt sie deutlich über dem bisherigen Tiefstand von 5,0 Prozent im Jahresdurchschnitt 2019. Zur aktuellen Entwicklung am Arbeitsmarkt in Deutschland sagte Andrea Nahles, Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit: „Die wirtschaftliche Verbesserung kommt auf dem Arbeitsmarkt derzeit noch nicht an.“
Die Zahl der Erwerbstätigen nach dem Inlandskonzept sank saisonbereinigt von 45,85 Millionen im August 2025 auf 45,62 Millionen Personen im August 2026 (Abb. 3). Damit liegt sie unter dem bisherigen Höchststand von 45,99 Millionen Personen im Mai 2024. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sank saisonbereinigt von 34,98 Millionen im Juli 2025 auf 34,89 Millionen Beschäftigte im Juli 2026. Damit liegt sie ebenfalls unter dem bisherigen Höchststand von 34,98 Millionen Personen im Februar 2025. Der seit Mitte der 2000er-Jahre beobachtbare langfristige Anstieg der Erwerbstätigkeit und der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung ist damit zum Ende gekommen.
Betriebe müssen einen voraussichtlichen Arbeitsausfall anzeigen, bevor sie Kurzarbeit beginnen. Im Zeitraum vom 1. bis zum 24. September betrafen die Anzeigen zur konjunkturellen Kurzarbeit 18.000 Personen. Für die tatsächliche Nutzung liegen derzeit Angaben bis Juli 2026 vor: Die vorläufige Hochrechnung weist 118.000 Beschäftigte mit konjunkturellem Kurzarbeitergeld aus. Gegenüber Juni waren dies 13.000 weniger; gegenüber Juli 2025 ging die Zahl um etwa 69.000 zurück. Langfristig betrachtet bleibt die Inanspruchnahme leicht erhöht.
Arbeitsmarkt NRW
Die Zahl der Arbeitslosen in NRW sank im September 2026 gegenüber dem Vormonat um 16.270 auf 792.700 Personen (Abb. 1). Damit unterschreitet die Arbeitslosenzahl wieder die 800.000er-Marke, die im August 2025 erstmals seit April 2010 überschritten wurde. Die Arbeitslosenquote in NRW sank von 8,0 Prozent im August auf 7,9 Prozent im September (Abb. 2) und liegt damit weiterhin über dem Bundesdurchschnitt (Abb. 4). Damit liegt sie deutlich über dem bisherigen Tiefstand von 6,5 Prozent im Jahresdurchschnitt 2019.
Die Arbeitslosigkeit nach demografischen Merkmalen in NRW zeigt, dass unter den ausgewiesenen Altersgruppen die 55- bis unter 65-Jährigen mit 8,1 Prozent die höchste Arbeitslosenquote aufwiesen (Tabelle 1). Bei den Ausländern lag die Arbeitslosenquote mit 17,6 Prozent deutlich über der Quote der Deutschen von 5,9 Prozent. Die Arbeitslosigkeit nach Regionen in NRW zeigt, dass Duisburg mit 13,4 Prozent die höchste Arbeitslosenquote verzeichnete, während Coesfeld mit 4,1 Prozent die niedrigste aufwies.
Zur aktuellen Entwicklung am Arbeitsmarkt in NRW sagte Dirk Strangfeld, Geschäftsführer der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit: „Der Beginn des Herbstes hat einen Rückgang der Arbeitslosigkeit in NRW gebracht. Darüber freuen wir uns. Allerdings ist die Entlastung am Arbeitsmarkt nicht über das hinausgegangen, was wir aus der jahreszeitlich üblichen Entwicklung heraus erwartet hatten.“
Arbeitsangebot und -nachfrage
Im September 2026 waren bei der Bundesagentur für Arbeit bundesweit 659.691 offene Stellen gemeldet. Das waren im Bund 30.053 Stellen mehr als im September 2025. In NRW lag der Bestand an gemeldeten offenen Stellen im September bei 162.150 und damit um 35.484 über dem Vorjahreswert. Abbildung 5 zeigt, dass die seit 2019 steigende Arbeitslosenzahl mit den sinkenden offenen Stellen in NRW einherging. Der sprunghafte Anstieg der gemeldeten Stellen seit Februar 2026 ist insbesondere auf einen Bundeswehr-Sondereffekt zurückzuführen. Die staatliche Arbeitskräftenachfrage könnte dazu beigetragen haben, den weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit zu begrenzen.
Der Stellenindex BA-X für Deutschland, der als Indikator für die Nachfrage nach Arbeitskräften dient, stieg im September 2026 auf 104 Punkte (Abb. 6). In NRW lag der BA-X im September 2026 weiterhin bei 120 Punkten. Der sprunghafte Anstieg der Arbeitskräftenachfrage für NRW ab dem Jahr 2026 ist auf Stellenausschreibungen der Bundeswehr zurückzuführen. Grundsätzlich werden Stellenausschreibungen der Bundeswehr unabhängig vom späteren Einsatzort beim Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr mit Hauptsitz in Köln gemeldet (siehe „gemeldete Stellen in Köln“ in Anhang 1). Dadurch werden sowohl der Bestand der offenen Stellen als auch der Stellenindex BA-X für NRW statistisch nach oben verzerrt. Allerdings deutet die Stabilisierung der Arbeitskräftenachfrage im Bund auf niedrigem Niveau darauf hin, dass die Arbeitskräftenachfrage in NRW ohne den Bundeswehr-ondereffekt weiterhin schwach wäre.









