Geschäftsklima, Mai 20212 min read
Reading Time: 3 minutesGeschäftsklima Deutschland
Die Stimmung in den deutschen Unternehmen hat sich im Mai erneut merklich verbessert. Der Geschäftsklimaindex ist im Vergleich zum Vormonat um 2,6 Zähler auf 99,2 Punkte gestiegen. Die Einschätzungen zur aktuellen Lage fielen um 1,5 Punkte positiver aus, die Erwartungen legten um 3,7 Punkte kräftig zu.
Derzeit drücken Belastungsfaktoren wie die anhaltenden Liefer- und Transportengpässe nicht nur die Industrie, sondern auch zunehmend die Bauwirtschaft. Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie belasten auch weiterhin vielerorts die wirtschaftliche Tätigkeit. Positiv auf die Stimmung auswirken dürften sich hingegen der Fortschritt der Impfkampagne sowie die sinkenden Inzidenzzahlen. Unterm Strich dürfte sich die Aufhellung des Geschäftsklimas in den kommenden Monaten stärker im Dienstleistungsbereich voranschreiten, während in der Industrie die Engpassfaktoren den Aufwärtstrend bremsen.
Stimmung nach Sektoren
Im Verarbeitenden Gewerbe hat der Index leicht zugelegt. Während die Lage besser eingeschätzt wurde als zuletzt, blieben die Erwartungen knapp unter dem Vormonatswert. Damit hat sich das Bild der vergangenen Monate gedreht, in denen die Erwartungen stärker zulegten als die Lageeinschätzung. Das dürfte darauf hindeuten, dass sich die Erwartungen in der kurzen Frist nicht realisieren lassen. Grund dafür dürfte insbesondere der Materialengpass sein.
Im Dienstleistungssektor stieg der Geschäftsklimaindex dank einer nach oben korrigierten Lageeinschätzung sowie einer
deutlich optimistischeren Erwartung. Im Handel hat sich das Geschäftsklima deutlich verbessert. Die aktuelle Lage wurde deutlich besser eingeschätzt und auch die Erwartungen sind gestiegen.
Im Bauhauptgewerbe verbesserte sich das Geschäftsklima. Die Firmen waren zufrieden mit ihrer aktuellen Lage und die Erwartungen fielen weniger pessimistisch aus. Allerdings bekommt der Bausektor laut ifo immer stärker die Probleme aufgrund von Materialengpässen zu spüren.
Ausblick und Branchenbild
Der Ausblick für die Industrie ist von Optimismus geprägt. Trotz der Probleme bei der Beschaffung von Vorprodukten lag die Kapazitätsauslastung zum Jahresstart auf dem höchsten Stand seit zwei Jahren. Auch die Exporterwartungen konnten sich auf einem hohen Niveau halten. Besonders erfreulich ist der Anstieg des Saldos der Beschäftigtenerwartungen. Demnach erwarten mehr Betriebe eine steigende als eine sinkende Beschäftigtenzahl in den kommenden Monaten.
Aus der Befragung des ifo Instituts für einzelne Branchen geht zudem hervor, dass es 4 von 30 Branchen gibt, in denen die Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage als überwiegend schlecht einschätzten. In 4 von 30 Branchen werden die Geschäftserwartungen überwiegend pessimistisch gesehen.



