Industrie im Trend, Juli 20212 min read
Reading Time: 3 minutesIndustrieproduktion
Die Industrieproduktion des Verarbeitenden Gewerbes sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden in Nordrhein-Westfalen sank im Mai 2021 gegenüber dem Vormonat erneut um 0,6 Prozent (saison- und arbeitstäglich bereinigt). Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Produktionsleistung um 18,3 Prozent. Ein Grund für den kräftigen Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr ist die niedrige Vergleichsbasis Mai 2020, damals lag die Industrieproduktion darnieder. Das Vorkrisenniveau, gemessen am durchschnittlichen Niveau des Jahres 2019, wurde im Mai nahezu erreicht. Berücksichtigt man, dass die Industrie bereits im Jahr 2019 in einer Rezession steckte und wählt als Vergleichszeitraum das durchschnittliche Niveau des Jahres 2018, dann lag der Abstand zuletzt noch bei 2,9 Prozent.
In Summe der ersten fünf Monate weitete die Industrie ihre Produktion um 7,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum aus. Beim Blick auf die einzelnen Industriebranchen in Nordrhein-Westfalen zeigt sich eine enorme Spreizung der Konjunktur. Die Branche Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln verlor im Vorjahresvergleich 4,6 Prozent. Am anderen Ende der Verteilung legte die Branche Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen um 22,3 Prozent zu. In dieser Branche überwiegt jedoch der Basiseffekt, denn das Niveau von 2019 blieb unerreicht.

Auftragseingänge
Die Auftragseingänge sanken im Vormonatsvergleich um 6,4 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stiegen die Orderzahlen im Mai hingegen um 37,9 Prozent. Die Auftragslage hat sich damit auf einem guten Niveau normalisiert. In Summe der ersten fünf Monate lagen die Bestellungen um 22,6 Prozent über dem Vorjahreswert (Ausland: 25,0 Prozent; Inland: 20,1 Prozent).
Der Trend bei den Auftragseingängen zeigt nach oben und das Vorkrisenniveau wurde bereits übertroffen. Derzeit scheint es im Durchschnitt der NRW-Industrie kein Nachfrageproblem auf breiter Basis zu geben. Vielmehr wird die Industriekonjunktur vielerorts durch angebotsseitige Versorgungsengpässe und steigenden Beschaffungspreisen ausgebremst.

Auftragsbestand
Der Auftragsbestand, gemessen an der Reichweite der Aufträge in Monaten, stieg im Verarbeitenden Gewerbe im Mai gegenüber dem Vorjahr um 25,4 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat stieg der Auftragsbestand um 2,0 Prozent. Die Reichweite der Aufträge betrug im Verarbeitenden Gewerbe durchschnittlich 5,9 Monate.
Umsatz
Der Gesamtumsatz der Industrie stieg im Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat um 24,1 Prozent. Der Auslandsumsatz legte etwas kräftiger zu (28,0 Prozent) als der Inlandsumsatz (20,9 Prozent). In Summe der ersten fünf Monate stiegen die Umsätze um 9,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dabei stieg der Auslandsumsatz um 11,7 Prozent, während der im Inland erzielte Umsatz im Betrachtungszeitraum um 7,2 Prozent stieg.
Beschäftigung
Im Monat Mai waren in den Betrieben der nordrhein-westfälischen Industrie mit mehr als 50 Beschäftigten ca. 1,055 Mio. Personen tätig. Gegenüber dem Vorjahr waren das rund 23.000 Beschäftigte oder 2,1 Prozent weniger.



