Industrie im Trend, August 20212 min read
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Die Industrieproduktion des Verarbeitenden Gewerbes sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden in Nordrhein-Westfalen sank im Juni 2021 gegenüber dem Vormonat erneut um 0,4 Prozent (saison- und arbeitstäglich bereinigt). Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Produktionsleistung um 12,0 Prozent. Ein Grund für den kräftigen Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr ist die niedrige Vergleichsbasis Juni 2020, damals lag die Industrieproduktion darnieder. Das Vorkrisenniveau, gemessen am durchschnittlichen Niveau des Jahres 2019, wurde im Juni nahezu erreicht.
In Summe der ersten sechs Monate weitete die Industrie ihre Produktion um 8,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum aus. Beim Blick auf die einzelnen Industriebranchen in Nordrhein-Westfalen zeigt sich eine enorme Spreizung der Konjunktur. Die Branche Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln verlor im Vorjahresvergleich 4,0 Prozent. Am anderen Ende der Verteilung legte die Branche Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen um 21,4 Prozent zu. In dieser Branche überwiegt jedoch der Basiseffekt, denn das Niveau von 2019 blieb unerreicht.

Auftragseingänge
Die Auftragseingänge stiegen im Vormonatsvergleich um 6,9 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stiegen die Orderzahlen im Juni um 18,5 Prozent. Die Auftragslage hat sich damit auf einem guten Niveau normalisiert. In Summe der ersten sechs Monate lagen die Bestellungen um 21,9 Prozent über dem Vorjahreswert (Ausland: 26,0 Prozent; Inland: 17,6 Prozent).
Der Trend bei den Auftragseingängen zeigt nach oben und das Vorkrisenniveau wurde bereits übertroffen. Derzeit scheint es im Durchschnitt der NRW-Industrie kein Nachfrageproblem auf breiter Basis zu geben. Vielmehr wird die Industriekonjunktur vielerorts durch angebotsseitige Versorgungsengpässe und steigenden Beschaffungspreisen ausgebremst.

Auftragsbestand
Der Auftragsbestand, gemessen an der Reichweite der Aufträge in Monaten, stieg im Verarbeitenden Gewerbe im Juni gegenüber dem Vorjahr um 25,0 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat stieg der Auftragsbestand um 0,8 Prozent. Die Reichweite der Aufträge betrug im Verarbeitenden Gewerbe durchschnittlich 5,8 Monate.
Umsatz
Der Gesamtumsatz der Industrie stieg im Juni im Vergleich zum Vorjahresmonat um 20,0 Prozent. Der Auslandsumsatz legte etwas kräftiger zu (22,1 Prozent) als der Inlandsumsatz (18,2 Prozent). In Summe der ersten fünf Monate stiegen die Umsätze um 11,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dabei stieg der Auslandsumsatz um 13,4 Prozent, während der im Inland erzielte Umsatz im Betrachtungszeitraum um 9,0 Prozent stieg.
Beschäftigung
Im Monat Juni waren in den Betrieben der nordrhein-westfälischen Industrie mit mehr als 50 Beschäftigten ca. 1,053 Mio. Personen tätig. Gegenüber dem Vorjahr waren das rund 22.200 Beschäftigte oder 2,1 Prozent weniger.



