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Geschäftsklima, Dezember 20213 min read

Dezember 20, 2021 3 min read
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Geschäftsklima, Dezember 20213 min read

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Geschäftsklima Deutschland

Die Stimmung in den deutschen Unternehmen hat sich im Dezember zum sechsten Mal in Folge verschlechtert. Der Geschäftsklimaindex ist im Vergleich zum Vormonat um 1,9 Zähler auf 94,7 Punkte gesunken. Der Rückgang war hauptsächlich auf die deutlich skeptischere Einschätzung der aktuellen Lage zurückzuführen, aber auch der Ausblick fiel erneut pessimistischer aus.

Der sechste Rückgang in Folge war kein normaler Rücksetzer, sondern der zehntstärkste seit Beginn der Zeitreihe. Aus Sicht der Unternehmen belasten die Themen Energie- und Rohstoffpreise, Lieferengpässe und die neuerliche Pandemie-Dynamik die Stimmung. Bei den Lieferengpässen haben sich die Probleme sogar verschärft, Industrie und Handel klagen über Probleme. Ein Ende ist dabei kaum in Sicht. Umfragen zeigen keinen klaren Weg aus der Engpasssituation. Zudem belasten massiv gestiegene Energie- und Rohstoffpreise die Kostenseite der Betriebe. Gelingt die Weitergabe gestiegener Preise nicht vollständig, so schwinden die Margen. Zudem dürften stark gestiegene Verbraucherpreise in einem nächsten Schritt die verfügbaren Einkommen der Haushalte dämpfen und die Konsumlaune trüben.

Sollte sich die Omikron-Variante rasch ausbreiten, dürften die Infektionszahlen zu Höchstständen ansteigen und verschärfte Maßnahmen nach sich ziehen mit folglich negativen Effekten auf die Wirtschaft. Die Dienstleister dürften die Auswirkungen der Eindämmungsmaßnahmen als erstes zu spüren bekommen.

 

 

Stimmung nach Sektoren

Im Verarbeitenden Gewerbe (inkl. Ernährung) hat sich die Stimmung leicht verbessert. Die Einschätzung der aktuellen Lage wurde etwas nach unten  korrigiert. Die Erwartungen hellten sich hingegen auf. Gebremst wurden die Industriebetriebe von Versorgungs- und Lieferengpässen. Zudem stiegen  die Beschaffungspreise zuletzt kräftig an. Vor dem Hintergrund gut gefüllter Auftragsbücher bedeutet das unterm Strich: Die Aufträge materialisieren sich zwar irgendwann in Umsätze, allerdings zu dann deutlich gestiegenen Faktorkosten.

Im Dienstleistungssektor ist die Stimmung eingebrochen. Die Erwartungen fielen in den überwiegend pessimistischen Bereich und auch die Lageeinschätzung fiel deutlich. Insbesondere sehr kräftige Eintrübungen im Handel sowie im Tourismus und Gastgewerbe führten zu einer Korrektur der Lage- und Erwartungskomponente nach unten.

Im Bauhauptgewerbe verschlechterte sich das Geschäftsklima ebenfalls. Die aktuelle Lage wurde etwas weniger gut eingeschätzt als im Vormonat. Der Blick auf die kommenden Monate fiel ebenfalls pessimistischer aus.

 

Ausblick und Branchenbild

Nachdem die Exporterwartungen im letzten Monat gestiegen waren, setzte sich der negative Trend am aktuellen Rand wieder fort. Trotzt des Rückgangs von 15,8 auf 12,1 Punkten liegt der Saldo der Erwartungen im überwiegend positiven Bereich und die Exporte dürften in den kommenden Monaten zulegen, wenngleich in einem nur gemächlichen Tempo.

Die Beschäftigtenerwartung ist erneut leicht gestiegen und befindet sich weiterhin im überwiegend positiven Bereich. Per Saldo planen deutlich mehr Betriebe mit mehr Beschäftigten in den kommenden Monaten. Diese Entwicklung bestätigt auch die Befunde aktueller Befragungen (bspw. DIHK), wonach das Thema Fachkräfteengpass von immer mehr Betrieben wieder als Konjunkturrisiko wahrgenommen wird.

Aus der Befragung des ifo Instituts für einzelne Branchen geht zudem hervor, dass es 3 von 30 Branchen gibt, in denen die Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage als überwiegend schlecht einschätzten. In 12 von 30 Branchen werden die Geschäftserwartungen überwiegend pessimistisch gesehen.