Verbraucherpreise, Juli 20253 min read
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Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg die Verbraucherpreisinflation im Juli 2025 um 2,0 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat (Abb. 1). Die Kerninflation, die die volatilen Energie- und Nahrungsmittelpreise ausschließt, lag im Juli ebenfalls wie im Vormonat bei 2,7 Prozent. Die Präsidentin des Statistischen Bundesamtes, Ruth Brand, kommentierte: „Der Rück-gang der Energiepreise hält an und dämpft die Gesamtteuerung. Dagegen bleibt vor allem der Preisauftrieb bei Dienstleistungen überdurchschnittlich und hebt die Inflationsrate“. In Nordrhein-Westfalen stieg die Verbraucherpreisinflation um 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und um 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat.
Energiepreise sinken, Dienstleistungspreise steigen
Der Rückgang der Energiepreise hatte erneut eine dämpfende Wirkung auf die Inflationsrate. Im Juli 2025 verbilligten sich die Energieprodukte um 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat (Abb. 2). Der Preisrückgang für Energie hat sich damit zum dritten Mal in Folge abgeschwächt (Juni 2025: -3,5 Prozent; Mai 2025: -4,6 Prozent). Gegenüber dem Vorjahresmonat sanken die Preise für Kraftstoffe (-4,5 Prozent) und Haushaltsenergie (-2,6 Prozent). Auch die Preise für Strom (-2,0%) gingen gegenüber dem Vorjahresmonat zurück.
Hingegen lagen die Preise für Dienstleistungen insgesamt im Juli 2025 um 3,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats und damit deutlich über der Gesamtteuerung. Zu der hohen Inflation bei Dienstleistungen trugen insbesondere die Preise für kombinierte Personenbeförderung (+11,3 Prozent), Brief- und Paketdienstleistungen (+9,0%), Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+8,2 Prozent) sowie Versicherungen (+5,8 Prozent) bei. Die tatsächlichen Nettokaltmieten, die die Preisentwicklung bei Dienstleistungen stark beeinflussen, stiegen um 2,2 Prozent. Nur wenige Dienstleistungen waren günstiger als im Vorjahresmonat, zum Beispiel Telekommunikationsdienstleistungen (-1,4 Prozent) und internationale Flüge (-6,8 Prozent).
Inflation und Geldpolitik
Im Juli 2025 stieg der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI), der für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) maßgeblich ist, im Euroraum um 2,0 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat (Abb. 3). Estland verzeichnete mit 5,6 Prozent die höchste Inflationsrate im Euroraum, während Zypern mit 0,1 Prozent die niedrigste meldete. Die harmonisierte Kerninflation, die Energie- und Nahrungsmittelpreise ausschließt, stieg im Euroraum um 2,3 Prozent. Für eine nachhaltige Stabilisierung der Inflation beim mittelfristigen Zielwert von 2 Prozent senkte seit Juni 2024 die EZB den Leitzins achtmal um insgesamt 2,0 Prozentpunkte. Im Juli 2025 hat sie den Einlagezins bei 2,0 Prozent belassen. Nach dieser Zinspause erwarten die Finanzmärkte aufgrund der durch den Zollkonflikt erhöhten Unsicherheit Zinssenkungen im September und Dezember. Die nächste EZB-Ratssitzung findet am 11. September 2025 statt.






