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Verbraucherpreise, Juni 20263 min read

Juli 16, 2026 3 min read
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Verbraucherpreise, Juni 20263 min read

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Verbraucherpreise

Die Inflation hat sich im Juni erneut abgeschwächt. Energiepreise bleiben infolge des Iran-Kriegs ein Preistreiber, der Tankrabatt sowie gesunkene Kraftstoff- und Heizölpreise dämpften jedoch die Gesamtteuerung. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lag die Inflationsrate der Verbraucherpreise im Juni 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat bei 2,3 Prozent (Abb. 1). Zur Entwicklung der Verbraucherpreise in Deutschland sagte Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes: “ Die Energiepreise verteuerten sich infolge des Iran-Kriegs weiterhin überdurchschnittlich und blieben somit ein zentraler Preistreiber.“ Die Kerninflation, die die volatilen Energie- und Nahrungsmittelpreise ausschließt, lag im Juni 2026 bei 2,5 Prozent. In Nordrhein-Westfalen lag die Verbraucherpreisinflation im Juni 2026 bei 2,1 Prozent.

Energiepreise sinken, Dienstleistungspreise steigen

Die Energiepreise gelten weiterhin als Haupttreiber der Inflation. Im Juni 2026 verteuerten sich die Energieprodukte insgesamt um 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat (Abb. 2). Die Haushaltsenergie sank um 1,6 Prozent. Günstiger wurden Strom (-5,2 Prozent) durch die seit Beginn des Jahres reduzierten Übertragungsnetzentgelte, Gas einschließlich Betriebskosten (- 2,9 Prozent) und Fernwärme (-0,9 Prozent), bei denen sich die Abschaffung der Gasspeicherumlage preisdämpfend auswirkte. Hingegen stiegen die Preise für Kraftstoffe (+11,3 Prozent) und leichtes Heizöl (+29,4 Prozent) deutlich Dazu trugen vor allem steigende Weltmarktpreise für Rohöl infolge des Iran-Kriegs sowie die zu Jahresbeginn gestiegene CO₂-Bepreisung bei. Bei Kraftstoffen dämpfte der von Mai bis Juni befristete Tankrabatt den Preisanstieg.

Die Preise für Dienstleistungen insgesamt verteuerten sich im Juni 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,1 Prozent und lagen damit wieder über der Gesamtteuerungsrate von 2,3 Prozent (Abb. 2). Zum Preisauftrieb bei Dienstleistungen trugen vor allem die Preise für Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+6,8 Prozent), Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+4,8 Prozent) sowie Friseurleistungen und andere Dienstleistungen für Körperpflege (+4,2 Prozent) bei. Zudem verteuerten sich im Juni 2026 Pauschalreisen (+3,9 Prozent), Wasserversorgung und andere Dienstleistungen für die Wohnung (+3,3 Prozent) sowie Gaststättendienstleistungen (+2,9 Prozent). Die tatsächlichen Nettokaltmieten, die die Preisentwicklung bei Dienstleistungen stark beeinflussen, stiegen um 2,2 Prozent.

Inflation und Geldpolitik

Im Juni 2026 stieg der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI), der für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) maßgeblich ist, im Euroraum um 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat (Abb. 3). Die Inflationsrate liegt damit deutlich über dem Zielwert, während die Wachstumsrisiken zunehmen. Litauen verzeichnete mit 5,5 Prozent die höchste Inflationsrate, während Malta mit 1,9 Prozent die niedrigste meldete. Die harmonisierte Kerninflation, die Energie, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak ausschließt, stieg um 2,4 Prozent.

Um die Inflation mittelfristig bei 2 Prozent zu stabilisieren, hatte die EZB seit Juni 2024 die Leitzinsen in acht Schritten von 4,0 auf 2,0 Prozent gesenkt. In Reaktion auf den anhaltenden Inflationsdruck erhöhte die EZB am 11. Juni 2026 erstmals seit September 2023 den Einlagezins von 2,0 auf 2,25 Prozent. Damit endete die seit Juli 2025 anhaltende Zinspause. Die nächste EZB-Ratssitzung findet am 23. Juli 2026 statt.