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Arbeitsmarkt, April 20265 min read

September 2, 2026 4 min read
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Arbeitsmarkt, April 20265 min read

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Arbeitsmarkt Bund

Die Zahl der Arbeitslosen im Bund stieg im August 2026 gegenüber dem Vormonat um 54.200 auf 3.061.400 Personen (Abb. 1). Damit liegt die Arbeitslosenzahl weiterhin über der DreiMillionen-Marke. Die Arbeitslosenquote stieg von 6,4 Prozent im Juli 2026 auf 6,5 Prozent im August 2026 (Abb. 2). Damit liegt sie deutlich über dem bisherigen Tiefstand von 5,0 Prozent im Jahresdurchschnitt 2019. Zur aktuellen Entwicklung am Arbeitsmarkt in Deutschland sagte Andrea Nahles, Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit: „Auch im August zeigt sich am Arbeitsmarkt jenseits des saisonüblichen Musters wenig Dynamik. Damit setzt sich die verhaltene Entwicklung der vergangenen Monate fort.“

Die Zahl der Erwerbstätigen nach dem Inlandskonzept sank saisonbereinigt von 45,88 Millionen im Juli 2025 auf 45,66 Millionen Personen im Juli 2026 (Abb. 3). Damit liegt sie unter dem bisherigen Höchststand von 45,99 Millionen Personen im Mai 2024. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sank saisonbereinigt von 34,98 Millionen im Juni 2025 auf 34,90 Millionen Beschäftigte im Juni 2026. Damit liegt sie ebenfalls unter dem bisherigen Höchststand von 34,98 Millionen Personen im Februar 2025. Der seit Mitte der 2000er-Jahre zu beobachtende langfristige Anstieg der Erwerbstätigkeit und der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung ist damit zum Ende gekommen.

Vor Beginn von Kurzarbeit müssen Betriebe eine Anzeige über den voraussichtlichen Arbeitsausfall erstatten. Nach aktuellen Daten wurde vom 1. bis einschließlich 24. August für 14.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen bis Juni 2026 zur Verfügung. In diesem Monat wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten für 140.000 Beschäftigte konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Das waren 8.000 mehr als im Vormonat und rund 55.000 weniger als vor einem Jahr.

Arbeitsmarkt NRW

Die Zahl der Arbeitslosen in NRW stieg im August 2026 gegenüber dem Vormonat um 15.815 auf 808.970 Personen (Abb. 1). Damit überschreitet die Arbeitslosenzahl erneut die 800.000er-Marke, die im August 2025 erstmals seit April 2010 überschritten worden war. Die Arbeitslosenquote in NRW stieg von 7,9 Prozent im Juli auf 8,0 Prozent im August (Abb. 2) und liegt damit weiterhin über dem Bundesdurchschnitt (Abb. 4). Damit liegt sie deutlich über dem bisherigen Tiefstand von 6,5 Prozent im Jahresdurchschnitt 2019.

Die Arbeitslosigkeit nach demografischen Merkmalen in NRW zeigt, dass unter den ausgewiesenen Altersgruppen die 55- bis unter 65-Jährigen mit 8,1 Prozent die höchste Arbeitslosenquote aufwiesen (Tabelle 1). Das bedeutet, dass 8,1 Prozent der Erwerbspersonen dieser Altersgruppe arbeitslos waren. Bei den Ausländern lag die Arbeitslosenquote mit 17,9 Prozent deutlich über der Quote der Deutschen von 6,1 Prozent. Die Arbeitslosigkeit nach Regionen in NRW zeigt, dass Duisburg mit 13,6 Prozent die höchste Arbeitslosenquote verzeichnete, während Coesfeld mit 4,3 Prozent die niedrigste aufwies.

Zur aktuellen Entwicklung am Arbeitsmarkt in NRW sagte Dirk Strangfeld, Geschäftsführer der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit: „Jetzt beginnt die Zeit der Herbstbelebung. Wann wir in NRW wieder unter die Zahl von 800.000 arbeitslos gemeldeten Menschen kommen, hängt davon ab, wie die Wirtschaft im Spätsommer und Herbst in Fahrt kommt. Viele der hemmenden Faktoren bestehen nach wie vor, angefangen bei den weltpolitischen Entwicklungen. Vor diesem Hintergrund sind Prognosen kaum möglich.“

Arbeitsangebot und Nachfrage

Im August 2026 waren bei der Bundesagentur für Arbeit bundesweit 656.480 offene Stellen gemeldet (Anhang 2). Das waren im Bund 25.422 Stellen mehr als im August 2025. In NRW lag der Bestand an gemeldeten offenen Stellen im August bei 161.196 und damit um 34.529 über dem Vorjahreswert. Abbildung 5 zeigt, dass die seit 2019 steigende Arbeitslosenzahl mit den sinkenden offenen Stellen in NRW einherging. Der sprunghafte Anstieg der gemeldeten Stellen seit Februar 2026 ist insbesondere auf einen Bundeswehr-Sondereffekt zurückzuführen. Die staatliche Arbeitskräftenachfrage könnte dazu beigetragen haben, den weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit zu begrenzen.m April 2026 waren bei der Bundesagentur für Arbeit bundesweit 641.250 offene Stellen gemeldet. Das sind 4.815 Stellen weniger als im April 2025. In NRW hingegen stieg die Anzahl der offenen Stellen auf 157.439 offene Stellen. Der Stellenindex BA-X für Deutschland, der als Indikator für die Nachfrage nach Arbeitskräften dient, sank von 103 Punkten im März 2026 auf 102 Punkte im April 2026 (Abb. 2). In NRW verharrte der BA-X bei 118 Punkten. Die volatile Entwicklung der Arbeitskräftenachfrage in NRW ist jedoch weiterhin auf die Stellenausschreibungen der Bundeswehr zurückzuführen. Grundsätzlich werden die Stellenausschreibungen der Bundeswehr unabhängig vom Einsatzort beim Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr mit Hauptsitz in Köln gemeldet. Dadurch ist das aktuelle Bild der offenen Stellen sowie des Stellenindex BA-X für NRW statistisch verzerrt. Insgesamt sollte die Nachfrage nach Arbeitskräften in NRW deshalb aufgrund der anhaltenden strukturellen Krise auf einem mit der Coronakrise vergleichbaren Niveau bleiben.

Der Stellenindex BA-X für Deutschland, der als Indikator für die Nachfrage nach Arbeitskräften dient, verharrte im August 2026 bei 103 Punkten (Abb. 6). In NRW stieg der BA-X im August 2026 auf 120 Punkte. Der sprunghafte Anstieg der Arbeitskräftenachfrage für NRW ab dem Jahr 2026 ist auf Stellenausschreibungen der Bundeswehr zurückzuführen. Grundsätzlich werden Stellenausschreibungen der Bundeswehr unabhängig vom späteren Einsatzort beim Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr mit Hauptsitz in Köln gemeldet (siehe „gemeldete Stellen in Köln“ in Anhang 1). Dadurch werden sowohl der Bestand der offenen Stellen als auch der Stellenindex BA-X für NRW statistisch nach oben verzerrt. Allerdings deutet die Stabilisierung der Arbeitskräftenachfrage im Bund auf niedrigem Niveau darauf hin, dass die Arbeitskräftenachfrage in NRW ohne den BundeswehrSondereffekt weiterhin schwach wäre.