Arbeitsmarkt, Juni 20264 min read
Reading Time: 3 minutesArbeitsmarkt Bund
Die Zahl der Arbeitslosen im Bund sank im Juni 2026 gegenüber dem Vormonat um 14.606 auf 2.935.850 Personen (Tabelle 1). Damit bleibt die Zahl den zweiten Monat in Folge unter der Drei-Millionen-Marke. Die Arbeitslosenquote sank von 6,3 Prozent im Mai 2026 auf 6,2 Prozent im Juni 2026. Zur aktuellen Entwicklung am Arbeitsmarkt in Deutschland sagte Andrea Nahles, die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit: „Am Arbeitsmarkt ist kaum Veränderung zu sehen. Die Arbeitslosigkeit sinkt nur wenig und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung setzt ihre leichte Abwärtstendenz fort.“
Die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) sank im Mai 2026 gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt um 8.000. Mit 45,83 Millionen Personen lag die Zahl der Erwerbstätigen um 177.000 unter dem Vorjahreswert und damit unter dem bisherigen Höchststand von 46,03 Millionen Personen im April 2025 (Anhang 2). Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sank im April 2026 gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt um 5.000. Mit 34,84 Millionen Beschäftigten lag die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 71.000 unter dem Vorjahreswert und damit unter dem bisherigen Höchststand von rund 35,24 Millionen Personen im Oktober 2024.
Vom 1. bis einschließlich 24. Juni wurde bei den Agenturen für Arbeit für 26.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen bis April 2026 zur Verfügung. So wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit für 133.000 Beschäftigte konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt (Anhang 2). Das waren 17.000 weniger als im Vormonat und 101.000 weniger als vor einem Jahr. Damit bleibt die Kurzarbeit auf einem erhöhten Niveau.
Arbeitsmarkt NRW
Die Arbeitslosenquote in NRW sank im Juni 2026 um 0,1 Prozentpunkte auf 7,7 Prozent und liegt damit über dem Bundesdurchschnitt (Abb. 1). Im Juni 2026 waren 779.623 Personen arbeitslos gemeldet. Damit bleibt die Arbeitslosenzahl in NRW unter der 800.000er-Marke, die im August 2025 erstmals seit April 2010 überschritten wurde. Das waren 1.350 Personen weniger als im Vormonat. Im Vergleich zum Juni 2025 sank die Arbeitslosenzahl geringfügig um 1.287 Personen. Die Arbeitslosenquote lag damals bei 7,8 Prozent (siehe Tabelle 2 für einen Überblick der Arbeitslosigkeit in NRW und Anhang 1 für einen Überblick des Arbeitsmarktes in NRW nach kreisfreien Städten und Kreisen).
Zur aktuellen Entwicklung am Arbeitsmarkt in NRW sagte Roland Schüßler, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit: „Der RWArbeitsmarkt hat sich im zweiten Monat in Folge besser entwickelt, als wir es noch im Frühjahr aufgrund der Abhängigkeit der NRW-Wirtschaft von einem kriselnden Weltmarkt erwartet hatten.“ Trotz dieser Entspannungssignale ist noch keine nachhaltige Trendwende erkennbar. Seit Herbst 2022 ist die Arbeitslosigkeit in NRW in der langfristigen Perspektive kontinuierlich gestiegen. In der Summe stieg die Zahl der Arbeitslosen in NRW um knapp 123.000 Personen.
Arbeitsangebot und Nachfrage
Im Juni 2026 waren bei der Bundesagentur für Arbeit bundesweit 648.242 offene Stellen gemeldet. Das sind 16.059 Stellen mehr als im Juni 2025. In NRW stieg die Anzahl der offenen Stellen auf 158.336 offene Stellen. Gleichzeitig sank die Zahl der neu gemeldeten Stellen in NRW im Juni auf 22.624; im Juni 2018 waren es noch über 41.000. Der Stellenindex BA-X für Deutschland, der als Indikator für die Nachfrage nach Arbeitskräften dient, verharrte im Juni 2026 bei 103 Punkten (Abb. 2). In NRW verharrte der BA-X bei 118 Punkten. Auch in NRW verharrte der BA-X bei 118 Punkten.
Die weiterhin volatile Entwicklung der Arbeitskräftenachfrage in NRW ist jedoch auf die Stellenausschreibungen der Bundeswehr zurückzuführen. Grundsätzlich werden die Stellenausschreibungen der Bundeswehr unabhängig vom Einsatzort beim Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr mit Hauptsitz in Köln gemeldet (siehe „gemeldete Stellen in Köln“ in Anhang 1). Dadurch ist das aktuelle Bild der offenen Stellen sowie des Stellenindex BA-X für NRW statistisch verzerrt. Insgesamt sollte die Nachfrage nach Arbeitskräften in NRW deshalb aufgrund der anhaltenden strukturellen Krise auf einem mit der Coronakrise vergleichbaren Niveau bleiben.






