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Geschäftsklima, Juli 20212 min read

August 18, 2021 3 min read
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Geschäftsklima, Juli 20212 min read

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Geschäftsklima Deutschland

Die Stimmung in den deutschen Unternehmen hat sich im Juli verschlechtert. Der Geschäftsklimaindex ist im Vergleich zum Vormonat um 0,9 Zähler auf 100,8 Punkte gesunken. Die Einschätzungen zur aktuellen Lage fielen zwar um 0,7 Punkte positiver aus, die Erwartungen sanken jedoch kräftig um 2,5 Punkte.

Das Niveau der Geschäftslage näherte sich an das Niveau der Erwartungen an. Insbesondere die kontaktintensiven Brachen des Dienstleistungssektors dürften noch vom Lockerungseffekt profitieren und ihre Geschäftstätigkeit ausgeweitet haben. Dementgegen stehen die steigenden Fallzahlen der Neuinfektionen und die Sorge vor einer durch die Delta-Variante getriebenen neuen Welle. Dies dürfte den Optimismus ausgebremst haben. Hinzu kommt die extra Herausforderung für Teile der Industrie: der Lieferengpass.

 

Stimmung nach Sektoren

Im Verarbeitenden Gewerbe sank der Index. Während die Lage besser eingeschätzt wurde als zuletzt, sanken die Erwartungen zum vierten Mal in Folge.

Im Dienstleistungssektor sank der Geschäftsklimaindex ebenfalls. Mit der aktuellen Lage waren die Dienstleister zwar zufriedener als im Vormonat, auf die kommenden Monate schauen sie jedoch pessimistischer als zuletzt.

Die Stimmung im Handel verlief ebenfalls zweigeteilt. Die Lage wurde etwas besser eingeschätzt als im Juni, die Erwartungen hingegen sanken.

Im Bauhauptgewerbe verbesserte sich das Geschäftsklima. Die Firmen waren zufrieden mit ihrer aktuellen Lage und auch die Erwartungen fielen optimistischer aus als zuletzt.

 

 

Ausblick und Branchenbild

In der Industrie verschärfte sich die Engpasssituation. Mittlerweile haben rund zwei Drittel der Betriebe Schwierigkeiten bei der Versorgung mit Vorleistungsgütern. Der Auftragsmangel betraf nur noch 13 Prozent der Betriebe. Im Zuge der konjunkturellen Erholung rückt der Fachkräfteengpass wieder stärker in den Fokus, rund 25 Prozent aller Betriebe sehen darin ein Produktionshemmnis im dritten Quartal.

Die Kapazitätsauslastung stieg um 1,2 Prozentpunkte auf 87,1 Prozent, der Auftragsbestand, gemessen in Monaten, stieg auf 3,7 Monate.

Die Exporterwartungen sanken im Vergleich zum Vormonat. Die ifo Zahlen bestätigen die Befunde des Kiel Trade Indicators. Demnach stagnierte der Außenhandel über den Seeweg im Juli. Auch international zeigte sich wenig Dynamik, die großen Staus vor den Häfen Chinas bauten sich etwas ab, dafür wuchsen die Staus vor den großen Häfen der USA wieder an. Dies dürfte sich in den kommenden Monaten in den Lieferketten sowie in steigenden Preisen für den Frachtverkehr und damit insbesondere Importpreise bemerkbar machen. Erfreulich ist hingegen der Anstieg der Beschäftigtenerwartung, diese steig auf den höchsten Wert seit 2018. Per Saldo planen deutlich mehr Betriebe mit mehr Beschäftigten in den kommenden Monaten.

Aus der Befragung des ifo Instituts für einzelne Branchen geht zudem hervor, dass es 2 von 30 Branchen gibt, in denen die Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage als überwiegend schlecht einschätzten. In 4 von 30 Branchen werden die Geschäftserwartungen überwiegend pessimistisch gesehen.