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Industrie im Trend, August 20254 min read

August 22, 2025 3 min read
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Industrie im Trend, August 20254 min read

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Industrieproduktion

Im Juni 2025 sank die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe in Nordrhein-Westfalen um 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Damit liegt das aktuelle Produktionsniveau etwa 20 Prozent unter dem Vorkrisenniveau von 2018 (Abb. 1). Das aktuelle Ergebnis ist, abgesehen von der kurzlebigen Erholung nach der Coronakrise im Jahr 2020, ein Ausdruck der seit 2018 andauernden strukturellen Krise.

Von Januar bis Juni 2025 verzeichneten einige Branchen des Verarbeitenden Gewerbes in NRW eine Produktionssteigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum (Abb. 2). Den stärksten Zuwachs meldete die Branche „Pharmazeutische Erzeugnisse“ mit einem Plus von 13,5 Prozent, gefolgt von der Branche „Kraftwagen- und Kraftwagenteile“ mit einem Plus von 5,1 Prozent. Dagegen verzeichnete die Branche „Sonstiger Fahrzeugbau“ mit -8,5 Prozent den stärksten Rückgang. Der Produktionsrückgang im Verarbeitenden Gewerbe deutet auf eine Schwächung der vollständigen industriellen Wertschöpfungsketten in NRW hin. Die Produktion in der Chemieindustrie, die wie in der Pharmaindustrie von Januar bis April noch über dem Vorjahresniveau lag, ist seit Mai unter dem Vorjahresniveau. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Erholung in der Grundstoffindustrie, z.B. in der Pharmaindustrie, als dauerhaft erweisen und sich positiv auf andere Industriezweige auswirken könnte.

Auftragseingänge und -bestand
Die Auftragseingänge, ein Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung, deuten auf eine negative Produktionsentwicklung in der nordrhein-westfälischen Industrie hin (Abb. 3). Im Juni 2025 sanken die Inlandsaufträge um 21,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, während die Auslandsaufträge um 10,3 Prozent stiegen. Damit sanken die gesamten Auftragseingänge um 5,1 Prozent.

Von Januar bis Juni 2025 verzeichneten einige Branchen des Verarbeitenden Gewerbes in NRW steigende Auftragseingänge gegenüber dem Vorjahreszeitraum (Abb. 4). Den mit Abstand stärksten Zuwachs gab es in der Branche „Sonstige Fahrzeugbau“ mit einem Plus von 114,8 Prozent. Zu diesem Wirtschaftszweig gehören unter anderem staatliche Aufträge, z.B. im Schie-nenfahrzeugbau, der Luft- und Raumfahrt sowie der Herstellung militärischer Kampffahrzeuge. Dagegen gingen die Auftragseingänge in der Branche „Chemische Erzeugnisse“ um 6,9 Prozent zurück.

Der Auftragsbestand, gemessen an der Reichweite der Aufträge in Monaten, im Verarbeitenden Gewerbe stieg im Juni 2025 gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,0 Prozent. Die Reichweite der Auftragsbestände im Verarbeitenden Gewerbe lag zuletzt bei durchschnittlich 6,1 Monaten. Das bedeutet, dass die Unternehmen ihre Produktion für ein halbes Jahr auslasten könnten, selbst wenn keine neuen Aufträge hinzukämen.

Umsatz

Im Juni 2025 erwirtschaftete die Industrie in NRW einen Inlandsumsatz von 14,9 Milliarden Euro und einen Auslandsumsatz von 13,6 Milliarden Euro. Der Gesamtumsatz lag damit bei etwa 28,5 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Juni 2024 sank der Inlandsumsatz um 4,4 Prozent und der Auslandsumsatz sank um 3,4 Prozent. Insgesamt sank der Umsatz um 3,9 Prozent. Die aktuelle Entwicklung des durchschnittlichen Monatsumsatzes liegt unter dem Niveau der letzten drei Jahren (Abb. 5).

Beschäftigung

Im Juni 2025 betrug die Anzahl der Beschäftigten in den Betrieben der nordrhein-westfälischen Industrie mit mehr als 50 Beschäftigten 1.034.458 Personen (Abb. 6). Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank die Anzahl der Beschäftigten um 22.248 Personen und ging damit den 18. Monat in Folge zurück. Die seit 2018 andauernde strukturelle Krise setzt den Arbeitsmarkt zunehmend unter Druck, der sich bis 2023 trotz rückläufiger Produktion, Aufträge und Umsätze noch stabil gehalten hatte.