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Industrie im Trend, Juli 20264 min read

Juli 24, 2026 4 min read
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Industrie im Trend, Juli 20264 min read

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IIm Mai 2026 sank die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe in Nordrhein-Westfalen um 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Das aktuelle Produktionsniveau liegt damit nicht nur etwa 22 Prozent unter dem Vorkrisenniveau von 2018, sondern inzwischen auch unter dem Niveau der Coronakrise, als weite Teile der Weltwirtschaft vorübergehend stillstanden (Abb. 1). Das aktuelle Ergebnis ist, abgesehen von der kurzlebigen Erholung nach der Coronakrise im Jahr 2020, ein Ausdruck der seit 2018 andauernden strukturellen Krise.

Vom Januar bis Mai 2026 verzeichneten nahezu alle ausgewiesenen Branchen des Verarbeitenden Gewerbes in NRW eine Produktionsrückgänge gegenüber dem Vorjahreszeitraum (Abb. 2). Eine Ausnahme war die Branche „Sonstiger Fahrzeugbau“ mit einem Plus von 4,3 Prozent. Dazu zählen unter anderem Schienenfahrzeugbau, Luft- und Raumfahrzeugbau sowie militärische Fahrzeuge. Dieser Bereich ist stark von öffentlichen Aufträgen und staatsnaher Nachfrage geprägt. Im Jahr 2025 erwirtschaftete diese staatsnahe Branche in NRW einen Umsatz von etwa 4,1 Milliarden Euro. Der regionale Schwerpunkt lag im Regierungsbezirk Düsseldorf mit 62,5 Prozent des Gesamtumsatzes dieser Branche in NRW. Es folgten die Regierungsbezirke Arnsberg mit 16,7 Prozent und Detmold mit 6,7 Prozent. Die Werte für Köln und Münster sind für 2025 noch nicht einzeln ausgewiesen; im Jahr 2024 lagen die Umsatzanteile bei 5,1 Prozent für Köln und 8,7 Prozent für Münster.

Dagegen verzeichnete die Branche „Pharmazeutische Erzeugnisse“ mit -30,1 Prozent den stärksten Rückgang. Im Jahr 2025 erwirtschaftete die Pharmaindustrie in NRW einen Umsatz von etwa 9,2 Milliarden Euro. Der regionale Schwerpunkt lag weiterhin klar im Regierungsbezirk Köln mit 72,1 Prozent des NRW-Umsatzes. Es folgten die Regierungsbezirke Detmold mit 9,5 Prozent und Münster mit 6,1 Prozent. Die Werte für Düsseldorf und Arnsberg sind für 2025 noch nicht einzeln ausgewiesen; im Jahr 2024 lagen die Umsatzanteile bei 2,1 Prozent für Düsseldorf und 9,0 Prozent für Arnsberg.

Aufträge in der Industrie in NRW

Die Auftragseingänge als ein Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung deuten weiterhin auf eine schwache Produktionsentwicklung in der nordrhein-westfälischen Industrie hin (Abb. 3). Im Mai 2026 sanken die Inlandsaufträge um 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, während die Auslandsaufträge um 17,9 Prozent stiegen. Damit erhöhten sich die gesamten Auftragseingänge um 8,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Das Auseinanderdriften von Inlands- und Auslandsnachfrage zeigt, dass die Erholung der Aufträge bislang nicht breit getragen ist. Vor allem die schwache Inlandsnachfrage bleibt ein Belastungsfaktor für die weitere Produktionsentwicklung.

Vom Januar bis Mai 2026 verzeichnete die Branche „Sonstige Fahrzeugbau“ mit einem Plus von 47,1 Prozent eine außergewöhnlich hohe Steigerung der Auftragseingänge gegenüber dem Vorjahreszeitraum (Abb. 4). Den stärksten Rückgang meldete die Branche „Pharmazeutische Erzeugnisse“ mit -33,6 Prozent.

Der Auftragsbestand, gemessen an der Reichweite der Aufträge in Monaten, im Verarbeitenden Gewerbe stieg im Mai 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,8 Prozent. Die Reichweite der Auftragsbestände im Verarbeitenden Gewerbe lag zuletzt bei durchschnittlich 6,5 Monaten. Das bedeutet, dass die Unternehmen ihre Produktion für etwa ein halbes Jahr auslasten könnten, selbst wenn keine neuen Aufträge hinzukämen.

Umsatz in der Industrie in NRW

Im Mai 2026 erwirtschaftete die Industrie in NRW einen Inlandsumsatz von 14,7 Milliarden Euro und einen Auslandsumsatz von 13,2 Milliarden Euro. Der Gesamtumsatz lag damit bei etwa 27,9 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Mai 2025 sank der Inlandsumsatz um 2,3 Prozent, der Auslandsumsatz um 2,8 Prozent. Insgesamt ging der Gesamtumsatz um 2,75Prozent. Der durchschnittliche Monatsumsatz im Jahr 2026 lag von Januar bis Mai bei 28,4 Milliarden Euro (Abb. 5).

Beschäftigung in der Industrie in NRW

Die Beschäftigung in der nordrhein-westfälischen Industrie wird weiter abgebaut. Im Mai 2026 betrug die Anzahl der Beschäftigten in den Betrieben mit mehr als 20 Beschäftigten 1.146.705 Personen (Abb. 6). Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank sie um 39.394 Personen und ging damit den 30. Monat in Folge zurück. Derzeit verliert die Industrie in NRW Monat für Monat über 3.000 Arbeitsplätze. Die seit 2018 andauernde Strukturkrise setzt zunehmend den Arbeitsmarkt unter Druck.