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Industrie im Trend, Juni 20263 min read

Juni 29, 2026 3 min read
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Industrie im Trend, Juni 20263 min read

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Industrieproduktion

Im April 2026 sank die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe in Nordrhein-Westfalen um 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Damit liegt das aktuelle Produktionsniveau etwa 22 Prozent unter dem Vorkrisenniveau von 2018 (Abb. 1). Das aktuelle Ergebnis ist, abgesehen von der kurzlebigen Erholung nach der Coronakrise im Jahr 2020, ein Ausdruck der seit 2018 andauernden strukturellen Krise.

Vom Januar bis April 2026 verzeichneten alle ausgewiesenen Branchen des Verarbeitenden Gewerbes in NRW eine Produktionsrückgänge gegenüber dem Vorjahreszeitraum (Abb. 2). Den geringsten Rückgang meldete die Branche „Metallerzeugung und -bearbeitung“ mit ei-nem Minus von 0,4 Prozent. Dagegen verzeichnete die Branche „Pharmazeutische Erzeugnisse“ mit -31,0 Prozent den stärksten Rückgang.

Aufträge in der Industrie in NRW

Die Auftragseingänge als ein Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung deuten weiterhin auf eine schwache Produktionsentwicklung in der nordrhein-westfälischen Industrie hin (Abb. 3). Im April 2026 sanken die Inlandsaufträge um 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, die Auslandsaufträge stiegen um 0,4 Prozent. Damit sanken die gesamten Auftragseingänge um 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Vom Januar bis April 2026 verzeichnete die Branche „Textilien“ mit einem Plus von 37,4 Prozent eine außergewöhnlich hohe Steigerung der Auftragseingänge gegenüber dem Vorjahreszeitraum (Abb. 4). Dagegen verzeichneten zahlreiche Industriezweige weiterhin rückläufige Auftragseingänge. In der Branche „Sonstiger Fahrzeugbau“ gingen die Auftragseingänge um 41,9 Prozent am stärksten zurück.

Der Auftragsbestand, gemessen an der Reichweite der Aufträge in Monaten, im Verarbeitenden Gewerbe stieg im April 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,5 Prozent. Die Reichweite der Auftragsbestände im Verarbeitenden Gewerbe lag zuletzt bei durchschnittlich 6,4 Monaten. Das bedeutet, dass die Unternehmen ihre Produktion für etwa ein halbes Jahr auslasten könnten, selbst wenn keine neuen Aufträge hinzukämen.

Umsatz

Im April 2026 erwirtschaftete die Industrie in NRW einen Inlandsumsatz von 15,6 Milliarden Euro und einen Auslandsumsatz von 13,8 Milliarden Euro. Der Gesamtumsatz lag damit bei etwa 29,4 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahresmonat April 2025 sank der Inlandsumsatz im 2,4 Prozent, während der Auslandsumsatz um 3,0 Prozent stieg. Insgesamt stieg der Umsatz um 2,7 Prozent. Der durchschnittliche Monatsumsatz im Jahr 2026 lag von Januar bis April bei 28,6 Milliarden Euro (Abb. 5).

Beschäftigung

Die Beschäftigung in der nordrhein-westfälischen Industrie wird weiter abgebaut. Im April 2026 betrug die Anzahl der Beschäftigten in den Betrieben mit mehr als 20 Beschäftigten 1.151.117 Personen (Abb. 6). Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank sie um 38.246 Personen und ging damit den 29. Monat in Folge zurück. Derzeit verliert die Industrie in NRW Monat für Monat über 3.000 Arbeitsplätze. Die seit 2018 andauernde Strukturkrise setzt zunehmend den Arbeitsmarkt unter Druck.