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Industrie im Trend, September 20254 min read

September 23, 2025 3 min read
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Industrie im Trend, September 20254 min read

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Im Juli 2025 sank die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe in Nordrhein-Westfalen um 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Damit liegt das aktuelle Produktionsniveau etwa 18 Prozent unter dem Vorkrisenniveau von 2018 (Abb. 1). Das aktuelle Ergebnis ist, abgesehen von der kurzlebigen Erholung nach der Coronakrise im Jahr 2020, ein Ausdruck der seit 2018 andauernden strukturellen Krise.

Von Januar bis Juli 2025 verzeichneten einige Branchen des Verarbeitenden Gewerbes in NRW eine Produktionssteigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum (Abb. 2). Den stärksten Zuwachs meldete die Branche „Pharmazeutische Erzeugnisse“ mit einem Plus von 14,1 Prozent, gefolgt von der Branche „Kraftwagen- und Kraftwagenteile“ mit einem Plus von 9,9 Prozent. Dagegen verzeichnete die Branche „Metallerzeugung und -bearbeitung“ mit -8,3 Prozent den stärksten Rückgang. Der Produktionsrückgang im Verarbeitenden Gewerbe deutet auf eine Schwächung der vollständigen industriellen Wertschöpfungsketten in NRW hin. Die Produktion in der Chemieindustrie, die wie in der Pharmaindustrie von Januar bis April noch über dem Vorjahresniveau lag, ist seit Mai deutlich unter dem Vorjahresniveau. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Erholung in der Grundstoffindustrie, z.B. in der Pharmaindustrie, als dauerhaft erweisen und sich positiv auf andere Industriezweige auswirken könnte.

Auftragseingänge nach Branchen in NRW

Die Auftragseingänge, ein Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung, deuten auf eine negative Produktionsentwicklung in der nordrhein-westfälischen Industrie hin (Abb. 3). Im Juli 2025 sanken die Inlandsaufträge um 10,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, während die Auslandsaufträge um 4,3 Prozent sanken. Damit sanken die gesamten Auftragseingänge um 7,1 Prozent.

Von Januar bis Juli 2025 verzeichneten zwei Branchen des Verarbeitenden Gewerbes in NRW steigende Auftragseingänge gegenüber dem Vorjahreszeitraum (Abb. 4). Den mit Abstand stärksten Zuwachs gab es in der Branche „Sonstige Fahrzeugbau“ mit einem Plus von 102,9 Prozent. Zu diesem Wirtschaftszweig gehören unter anderem staatliche Aufträge, z.B. im Schienenfahrzeugbau, der Luft- und Raumfahrt sowie der Herstellung militärischer Kampffahrzeuge. Dagegen gingen die Auftragseingänge in der Branche „Elektrische Ausrüstungen“ um 10,3 Prozent zurück.

Der Auftragsbestand, gemessen an der Reichweite der Aufträge in Monaten, im Verarbeitenden Gewerbe sank im Juli 2025 gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,3 Prozent. Die Reichweite der Auftragsbestände im Verarbeitenden Gewerbe lag zuletzt bei durchschnittlich 6,1 Monaten. Das bedeutet, dass die Unternehmen ihre Produktion für ein halbes Jahr auslasten könnten, selbst wenn keine neuen Aufträge hinzukämen.

Umsatz in der Industrie in NRW

Im Juli 2025 erwirtschaftete die Industrie in NRW einen Inlandsumsatz von 15,6 Milliarden Euro und einen Auslandsumsatz von 13,6 Milliarden Euro. Der Gesamtumsatz lag damit bei etwa 29,1 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Juli 2024 stieg der Inlandsumsatz um 0,9 Prozent und der Auslandsumsatz um 0,1 Prozent. Insgesamt stieg der Umsatz um 0,5 Prozent. Der bisherige durchschnittliche Monatsumsatz von 28,9 Milliarden Euro im Jahr 2025 liegt unter dem Niveau der Vorjahre 2022 bis 2024 (Abb. 5).

Beschäftigung in der Industrie in NRW

Im Juli 2025 betrug die Anzahl der Beschäftigten in den Betrieben der nordrhein-westfälischen Industrie mit mehr als 50 Beschäftigten 1.034.183 Personen (Abb. 6). Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank die Anzahl der Beschäftigten um 19.119 Personen und ging damit den 19. Monat in Folge zurück. Die seit 2018 andauernde strukturelle Krise setzt den Arbeitsmarkt zunehmend unter Druck, der sich bis 2023 trotz rückläufiger Produktion, Aufträge und Umsätze noch stabil gehalten hatte.